Konzertierte Aktion zum Schutz Stöckchen aus Bambus helfen Kiebitzen in Melle

Von Christoph Franken

Engagieren sich gemeinsam für den Kiebitz-Schutz in Melle: Johannes Melter, Bettina Hönisch, Fritz Mithöfer, Reiner Borgmeyer, Jürgen Sixtus, Ann-Kathrin Schmidt und Volker Tiemeyer (von links). Foto: SON/Sascha Brocks.Engagieren sich gemeinsam für den Kiebitz-Schutz in Melle: Johannes Melter, Bettina Hönisch, Fritz Mithöfer, Reiner Borgmeyer, Jürgen Sixtus, Ann-Kathrin Schmidt und Volker Tiemeyer (von links). Foto: SON/Sascha Brocks.

Melle. Lediglich 60 bis 70 Paare Kiebitze brüten noch in Melle. Anfang der 1990er-Jahre waren es noch doppelt so viele. Was kann getan werden, um den Vogel dauerhaft im Stadtgebiet zu halten?

Fachleute setzen jetzt auf den Schutz der Gelege in landwirtschaftlich genutzten Flächen.

Eigentlich bräuchten die Kiebitze speziell auf ihre Bedürfnisse ausgerichtete Niederungsgebiete mit Bodenvertiefungen. „Der Haken daran ist, dass keine ausreichenden Flächen zur Verfügung stehen, um den Kiebitz auf diese Weise zu fördern“, berichtet Fritz Mithöfer von der Jägerschaft Melle.

Auf Feldexkursion

Daher gehen Jäger, die Stiftung Ornithologie und Naturschutz Melle (SON) und die Landwirte jetzt gemeinsam einen anderen Weg: Mit zwei dünnen Bambusstäben und einem künstlichen Kiebitz-Gelege sind sie unterwegs. Im Rahmen von Feldexkursionen wollen sie sich von den Ornithologen Johannes Melter und Bettina Hönisch erläutern lassen, wie der Schutz des Kiebitzes in der Praxis funktioniert.

Jürgen Sixtus, Vorsitzender des Kreislandvolkverbandes Melle, hat dafür seine Flächen zur Verfügung gestellt, denn auch ihm liegt, wie vielen seiner Berufskollegen, der Schutz des Kiebitzes besonders am Herzen.

Während Sixtus sich von Hönisch erklären lässt, woran man brütende Kiebitze auf landwirtschaftlichen Flächen erkennt, formt Melter bereits eine Mulde für das künstliche Gelege des Kiebitzes, das hier zu Übungszwecken verwendet wird.

Ortung im Feld

„Am besten ist es, das Gelege mit Bambusstöckchen zu markieren, um es bei jedem Bearbeitungsschritt erkennen und knapp umfahren zu können. Ist dies nicht möglich, kann es um ein bis zwei Meter versetzt werden“, erläutert Melter. „Dabei ist es wichtig, dass das Gelege mit dem Nest in eine Mulde versetzt wird, sodass die Eier nicht hinausrollen“, ergänzt seine Kollegin.

„Schön zu sehen, wie unkompliziert Artenschutz funktionieren kann“, freut sich denn auch Reiner Borgmeyer von der PEG Landvolk Energie GmbH, die das Projekt mit 15000 Euro unterstützt.