„Schön, dass den Kindern so viel geboten wird“ Frühlingserwachen mit Meller Riesenspaß lockt Besucher in die Stadt

Von Christina Wiesmann


Melle. Optisch nicht ganz Frühling, gefühlt immerhin schon fast: Beim „Meller Riesenspaß beim Frühlingserwachen“, organisiert von der Werbegemeinschaft Melle-City und dem Stadtmarketingverein, kamen am Samstag besonders die Kleinsten auf ihre Kosten.

Neues Konzept, bekanntes Fest: Das Frühlingserwachen in Melle ist seit vielen Jahren bekannt und bewährt. In diesem Jahr gab es mit dem „Meller Riesenspaß“ einen neuen roten Faden, der sich durch die Innenstadt zog.

Und der basiert auf einer Sage von zwei Riesen, von denen einer des nachts im Grönegau viele, viele Blumen platttrampelte. An insgesamt sechs Stationen konnten die jüngsten Besucher Riesenstempel sammeln. Wer mindestens drei auf seiner Karte vorweisen konnte, durfte vor dem Rathaus bei Johann und Paula helfen, bunten Wildblumensamen in riesigen Fußabdrücken auszusäen.

Fiona Karcher (8) aus Bünde hatte Schaufel und Eimer parat. Sie hatte schon fleißig Stempel gesammelt und machte sich gemeinsam mit Johanna (12) daran, den Samen in die Erde zu bringen. Vom Riesenspaß in der Grönegauer Innenstadt hatte Fionas Mutter Ann-Christin aus dem Internet erfahren: „Es wurde als Veranstaltung angezeigt, da sind wir gerne gekommen.“ Johanna informierte am Rande der großen Pflanzbeete: „Die Fußabdrücke werden zum Geranienmarkt wieder hier am Rathaus zu sehen sein. Dann sollen sie nämlich blühen.“

„Für uns gehört das Frühlingserwachen dazu“

Auf Stempeljagd war auch die siebenjährige Nele aus Melle, die gemeinsam mit ihren Eltern Karin und Bernd Herzog und Schwester Kira unterwegs war. Nele kletterte wie ein kleiner Profi am Riesen-Klettertum hoch und schaffte es als eines von wenigen Kindern bis nach ganz oben. Die Familie aus dem Grönegau freute sich über den gelungenen Spaß. „Für uns gehört das Frühlingserwachen dazu, genau wie der Geranienmarkt und das Herbstfest“, betonte Karin Herzog. Über das neue Konzept mit dem „Meller Riesenspaß“ sagte die Mellerin: „Es ist schön, dass den Kindern hier so viel geboten wird.“

Besucherandrang und verstopfte Straßen – am Samstag zumindest Fehlanzeige. Dafür: Entspanntes Bummeln in der Innenstadt und keine Probleme bei der Parkplatzsuche. Dass zum Frühlingserwachen schon einmal mehr Menschen die Meller Gassen bevölkert haben, wurde offen diskutiert.

„Kann ja vielleicht daran liegen, dass einige noch im Garten beschäftigt sind“, grübelte ein älteres Ehepaar bei Bratwurst und Fritten.

„Es ist möglich, dass viele nach Osnabrück gefahren sind“, gab die Verkäuferin eines Geschäftes der unteren Plettenberger Straße zu bedenken. In Osnabrück fand nämlich zeitgleich das Streetfood-Festival statt.

Zur Feier des Tages, dem Meller Riesenspaß, gekleidet wie eine Wimmelbuch-Figur: Der erste Vorsitzende der Werbegemeinschaft Melle-City, Michael Sutmöller. Foto: Christina Wiesmann

Der Vorsitzende der Werbegemeinschaft, Michael Sutmöller, hatte sich wie eine Figur aus einem Wimmelbuch verkleidet. „Ich zaubere den Menschen gerne ein Lächeln ins Gesicht“, sagte er über sein Outfit mit riesen Schuhen, grünem Mantel, Hut und Gans über der Schulter.

Er sagte über den Riesenspaß: „Wir haben viel Arbeit in das neue Konzept gesteckt. Die Sage um die beiden Riesen ist ein roter Faden.“ Sutmöller betonte auch, dass es nicht das Ziel sei, die Straßen mit noch mehr kleinen Ständen „zu verstopfen“.

Zum verkaufsoffenen Sonntag erwarten die Meller Kaufleute noch mehr Besucher. „Das zeigt die Erfahrung, da kommen viele aus Melle und dem Umland“, so Sutmöller. Und auch in den Geschäften stellten sich schon am Samstag alle auf den Sonntag ein. „Ja, da ist hier immer ordentlich was los“, lautete das einstimmige Resümee.