Weniger Papier, mehr Effizienz Klinikum Melle führt elektronische Patientenakte ein

Von Simone Grawe

Als eine der ersten Krankenhäuser in der Region führt das CKM die elektronische Patientenakte ein. Mareile Greiser, Regina Kremer, André Overbeck, Marc Freier, Miriam Heienbrok und Elke Trumpa (von links) zeigen einen Pflegewagen, der für die digitale Erfassung der Patientendaten ausgestattet ist. Foto: Simone GraweAls eine der ersten Krankenhäuser in der Region führt das CKM die elektronische Patientenakte ein. Mareile Greiser, Regina Kremer, André Overbeck, Marc Freier, Miriam Heienbrok und Elke Trumpa (von links) zeigen einen Pflegewagen, der für die digitale Erfassung der Patientendaten ausgestattet ist. Foto: Simone Grawe

Melle. Die Digitalisierung im Christlichen Klinikum (CKM) geht weiter: Als eine der ersten Kliniken in der Region führt das Haus gegenwärtig die elektronische Patientenakte ein. Die ersten Erfahrungen stimmen positiv.

„Die Einführung von Computern in Krankenhäusern ist natürlich nicht neu, aber mit der elektronischen Patientenakte beschreitet das CKM seinen Weg zum papierarmen Krankenhaus weiter“, betont Pflegedirektorin Mareile Greiser. Gemeinsam mit dem gelernten Krankenpfleger und IT-Fachmann André Overbeck zeichnet sie verantwortlich für das Projekt, das jetzt sukzessiv auf allen Pflegestationen eingeführt wird.

Zeit wird gespart

Den Patienten der Gynäkologie/Geburtshilfe und der Geriatrie dürfte das neue System schon bekannt sein, denn hier gehört die digitale Patientenakte schon zum Alltag. Hinzu kamen dann die Abteilungen Chirurgie, Orthopädie und Hals-Nasen-Ohren. Auch hier ersetzen die Pflegewagen mit ihren hochmodernen Rechnern die herkömmlichen Akten: „Die Lesbarkeit sowie die Vermeidung von Übertragungsfehlern und Doppeldokumentationen sind wesentliche Gründe für die Einführung“, sagt Mareile Greiser: „Die eingesparte Zeit soll den Patienten zugute kommen“.

Mit dem neuen System werden die Daten direkt am Patientenbett erhoben. Bisher wurden zum Beispiel die Vitalzeichen wie Temperatur, Blutdruck und Puls handschriftlich in der sogenannten Fieberkurve in einem Papierordner notiert. Das entfällt nun. Die elektronische Fieberkurve macht es möglich, dass die Daten jederzeit und ungebunden vom Ort erfasst und eingetragen werden können. Auch alle Informationen zu Medikamenten, Verordnungen und Verlegungen werden digital erfasst. Damit stehen die Informationen an jedem Rechner-Arbeitsplatz zur Verfügung. Das Suchen und Weiterreichen der Patientenakte zwischen den Berufsgruppen entfällt.

Dazu wird jede Pflegestation mit drei neuen Pflegewagen ausgestattet, auf denen sich die Rechner befinden. Durch wechselbare Akku-Einsätze sind sie rund um die Uhr mobil einsetzbar. Tastatur und Lüftungssystem erfüllen die Hygieneanforderungen im Krankenhaus. Zusätzlich zu den mobilen Rechnern gibt es auf den Stationen Laptops und stationäre Computerarbeitsplätze sowie eine sichere W-Lan-Technik.

Die Einführung der digitalen Patientenakte im CKM läuft schrittweise über einen längeren Zeitraum. Bis Anfang des zweiten Quartals 2019 soll die Einführung abgeschlossen und alle pflegerischen Stationen am Netz sein. Ärzte, Pflegekräfte und die IT-Abteilung sind in das Projekt eingebunden.

„Eine intensive und praxisnahe Schulung der Mitarbeiter sowie eine enge Begleitung im Echtbetrieb stehen dabei im Vordergrund“, erklärt Miriam Heienbrok, die die Einführung koordiniert. Die Umstellung ist damit für alle ein Lern- und Veränderungsprozess: „Manche Kollegen haben schon ein wenig Bammel, aber wir versuchen, ihnen die Ängste zu nehmen und Hilfestellung zu geben.