Das Pfarrbeauftragten-Modell Ganz schön komplizierte Kirche in Melle

Von Christoph Franken

Bischof Franz-Josef Bode ist gespannt, ob sich das neue Leitungsmodell in der Pfarreiengemeinschaft Wellingholzhausen/Gesmold bewährt. Archivfoto: David EbenerBischof Franz-Josef Bode ist gespannt, ob sich das neue Leitungsmodell in der Pfarreiengemeinschaft Wellingholzhausen/Gesmold bewährt. Archivfoto: David Ebener

Wellingholzhausen/Gesmold. Am 1. Dezember tritt Michael Göcking seine Aufgaben als Pfarrbeauftragter in der katholischen Pfarreiengemeinschaft der Meller Stadtteile Wellingholzhausen/Gesmold an. Er erläutert das neue Modell, das ganz schön kompliziert ist.

„Denn ab dann handelt es sich mit dem Weggang von Pfarrer Jörg Ellinger um verwaiste Gemeinden“, erklärte Göcking. Verwaist deswegen, weil sie keinen eigenen Pfarrer mehr haben. Deswegen übernimmt der direkt dem Bischof unterstellte Pfarrbeauftragte die Leitungsaufgaben. Ihm zur Seite steht ein „moderierender Priester“. Das sei so in einer Ausnahmeregelung des Kirchenrechts verankert, berichtete Göcking. „Dieser begleitende Priester hat nicht die Aufgaben eines Pfarrers, aber er kann trauen, taufen und Gottesdienste feiern, betonte Göcking.

Moderierender Priester

Im Falle Wellingholzhausen/Gesmold wird Pater Dominik Kitta in Osnabrück der moderierende Priester. „Er ist als oberster Kirchenrechtler im Bistum Osnabrück derjenige, der uns begleitet und den Rücken stärkt.“

Vor Ort aber werde ab 1. Dezember der indische Priester Thomas Parathattel sein. Er ist derzeit noch Pastor in St. Matthäus Melle und wohnt dann im Pfarrhaus in Gesmold.

Leitung der Gottesdienste

„Ich selbst werde unter anderem ebenfalls predigen und beerdigen“, kündigte Göcking an. Parathattel wird bei Abwesenheit von Pater Kitta vertreten. Kitta werde zudem die Gottesdienste in den beiden Gemeinden leiten. Der Vorteil aus Sicht der Bistumsleitung :„Insgesamt vermeiden wir so die sonst fällige Zusammenlegung von Gemeinden“, sagte Dekanatsreferent Göcking. Er selbst ist hauptamtlicher Laie und damit nicht zum Priester geweiht.

Das Bistum Osnabrück setzt erstmalig einen Pfarrbeauftragten ein. Sollte sich das neue Modell bewähren, rechnet Göcking auf Dauer mit 15 bis 20 solcher Pfarrbeauftragungen im Bistum.