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22.03.2018, 15:36 Uhr KOMMENTAR

Meller Imker sind Lobbyisten der Natur

Von Christoph Franken


Auch in der Imkerei des Gefängnisses in Lingen entsteht Honig mit dem schönen Namen „Zellengold“. Archivfoto: Lida MehriAuch in der Imkerei des Gefängnisses in Lingen entsteht Honig mit dem schönen Namen „Zellengold“. Archivfoto: Lida Mehri

Melle. Die boomende Hobbyimkerei kommentiert Christoph Franken für das „Meller Kreisblatt“.

Wer als Imker einmal in einer lauen Sommernacht vor den Einfluglöchern seines Bienenstandes gestanden und den süßen Nektarduft unter dem leisen Summen der Immen gerochen hat, den lässt dieses Hobby nicht mehr los. Bis vor wenigen Jahren aber war es oft älteren Männern vorbehalten und die Zahl der gehaltenen Völker ging daher kontinuierlich zurück.

Das hat sich glücklicherweise geändert: Imkerei ist auch bei jungen Leuten hipp und selbst auf Balkons in Großstädten finden sich Bienenkästen. Damit achten aber auch mehr Menschen auf die Umweltbedingungen im Flugradius ihrer Bienen. Und da sieht es zunehmend schlechter aus: Vorgärten werden zu Schotterwüsten, Ackerrandstreifen werden weggepflügt und Bäume ohne viel Federlesens abgeholzt. Da ist es gut, wenn die Natur mit den Imkern mehr Lobbyisten bekommt.

Übrigens: Honigbienenhaltung nutzt auch anderen Insekten, die wiederum Nahrung für Vögel sind. Insektenarmut und Vogelsterben: Der Mensch ist schuld, kann aber auch aktiv helfen. Die Imker tun es schon, aber sie brauchen die Unterstützung vieler.


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