Newcomer Stage am Samstag Fehlende Alternativen: Meller Musiker schaffen sich eigene Bühne

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Buer. Seit dem Wegfall des Alten Stahlwerkes fehlt es Melle an Auftrittsmöglichkeiten für Nachwuchsmusiker. Drei Bands schaffen deshalb ihre eigene Bühne und starten die Newcomer Stage in der Kulturwerkstatt in Buer. Mit der „Metal Night“ findet am Samstag das Auftaktkonzert statt.

Wir wollen, dass wieder die Chance besteht, sich als Band zu präsentieren“, sagt Oliver Nienhüser, Gitarrist der Meller Heavy-Metal-Band Tomb of Giants. „Melle fehlt es an Auftrittsmöglichkeiten für Newcomerbands“, klagt er. Von Selbstmitleid ist aber nichts zu spüren: Statt fehlende Konzertveranstaltungen und brauchbare Bühnen nur zu bedauern, gründet Nienhüser zusammen mit befreundeten Musikern kurzerhand die Newcomer Stage. Damit schaffen sich junge Bands aus der Stadt und benachbarten Gemeinden eine eigene Plattform. Mit der Kulturwerkstatt in Buer hat Nienhüser den passenden Ort gefunden, samt Bühne und entsprechender Anlage.

Drei Mal Rockmusik, drei Mal unterschiedliche Stile

Drei befreundete Bands stehen am Samstag auf der Bühne. Dreimal Rockmusik, dreimal völlig unterschiedliche Stile: Tomb of Giants zollen dem klassischen Heavy Metal der 1980er-Jahre Tribut. Die vierköpfige Truppe fand 2013 zusammen und trat bereits in einer Livesendung des bekannten Youtube-Kanals Rocket Beans TV auf. Die ebenfalls aus Melle stammenden Renegades spielen seit 2016 geradlinige Riffs zwischen Hard- und Stonerrock. Das Quintett war bereits auf regionalen Wettbewerben und Festivals wie dem Rink Festival, Rock bei Kurt oder dem SPH Bandcontest zu erleben. Melodischen Hardcore stemmen Don’t Call It Dad aus Enger und Spenge auf die Bühne. Für sie ist der Abend eine kleine Releaseparty für ihre neue Single „être“.

Schwer getroffen hat die Meller Musikszene der Wegfall des Alten Stahlwerkes und des dortigen Kulturprogrammes, schildert Felix Spies, Gitarrist der Renegades. Die Interimslösung im RWE-Gebäude in der Bruchstraße bietet dem Jugendzentrum keinen ausreichend großen Raum für Konzerte. Im Zuge der Sanierung des Gebietes „Neue Mitte Nord“ musste die ehemalige Bleibe abgerissen werden. Ein neues Gebäude ist in Planung, doch wird mit dem Neubau wohl nicht vor 2019 begonnen.

„Die Jungen müssen das selber machen“

„Früher gab es in Melle eine rege Musikszene“, sagt Gert Möller, Vorsitzender der Kulturwerkstatt Buer. Neben dem Alten Stahlwerk habe es etwa zwei Bandcontests oder das Kneipenfestival „Melle bei Nacht“ gegeben. Heute fehle es an solchen Events. Das Engagement der jungen Musiker unterstütze die Kulturwerkstatt deshalb gerne. „Ich finde das toll, diese Eigeninitiative“, sagt er. „Wenn wir Älteren versuchen, etwas zu organisieren, ist das nicht das Richtige. Die Jungen müssen das selber machen.“

Die Beteiligten sind sich einig: Sollte das Auftaktkonzert gut anlaufen, könnten nachfolgende Abende unter dem Titel Newcomer Stage folgen und die Bühne für weitere Nachwuchsbands geöffnet werden. Darüber hinaus sei die Kulturwerkstatt laut Möller grundsätzlich immer an Leuten interessiert, die Veranstaltungen planen, ob eine Liveband oder ein Poetry-Slam. „Wir legen jetzt keinen Wert auf Disco“, scherzt er.

Die Newcomer Stage – Metal Night findet am 24. März in der Kulturwerkstatt Buer statt. Einlass ist um 19.30 Uhr, der Eintritt beträgt fünf Euro an der Abendkasse. Weitere Informationen auf Facebook.


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