Imkerin Silke Meier im Interview „Unsere Bienen ernten aus Meller Gärten und Wiesen“

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Innerhalb von fünf Jahren die Zahl der Verbandsmitglieder des Landesverbandes der Imker Weser-Ems um 25 Prozent gewachsen. Foto: David EbenerInnerhalb von fünf Jahren die Zahl der Verbandsmitglieder des Landesverbandes der Imker Weser-Ems um 25 Prozent gewachsen. Foto: David Ebener

Melle. Silke Meier (46) ist die neue Vorsitzende des Landesverbandes der Imker Weser-Ems. Die Baumschugärtnerin, Biologin, Pädagogin und Lokal-Politikerin vertritt damit die Interessen von rund 4000 Imkern im Bereich von Melle bis zur Nordsee, von der niederländischen Grenze bis nach Bremen.

Frau Meier, seit wann sind Bienen Ihr Hobby?

Mein Sohn Sean und ich haben 2013 privat mit vier Bienenvölkern angefangen, nachdem wir viel Fachliteratur gelesen und Kontakt zum Imkerverein Melle aufgenommen hatten. Sean war damals 13 Jahre alt und Feuer und Flamme. Es war auch seine Idee, die bis heute erfolgreiche Schulimkerei am Gymnasium aufzubauen, wo ich mich ebenfalls engagiere. Inzwischen bearbeiten wir 20 Völker, die an vier Standorten im Stadtgebiet aufgestellt sind. Wir betreiben also naturnahe Familien-Imkerei und unsere Bienen ernten Frühjahrs- und Sommerhonige aus den Meller Gärten, Wiesen, Feldern und Wäldern.

Wie kam es zu dem Posten als Verbandsrepräsentantin auf Weser-Ems-Ebene?

Im Imkerverein Melle bin ich stv. Vorsitzende und so kam ich als Delegierte ein paar Mal zu den Versammlungen des Landesverbandes, in dem 4000 Imker aus 17 Kreisverbänden mit 65 Vereinen organisiert sind. Da bin ich wohl positiv aufgefallen und wurde am 10. März zur Vorsitzenden gewählt.

Wo sehen Sie die Schwerpunkte Ihrer Arbeit?

Oberste Imkerin in Weser-Ems: Silke Meier aus Melle. Foto: Christoph Franken

Die Imkerei boomt: Innerhalb von fünf Jahren wuchs die Zahl unserer Verbandsmitglieder um 25 Prozent. Das führe ich auf das erhöhte Interesse an Natur- und Umweltschutz zurück. Die Leute wollen ihren eigenen Honig produzieren und gleichzeitig was für die Natur tun. Und genau da sehe ich auch meinen Schwerpunkt: Den wachen Blick auf die Umwelt bei möglichst vielen schärfen, denn Bienen können nur da sammeln, wo die Natur intakt ist. Gerade jetzt im Frühjahr fehlen den Bienen beispielsweise die für ihre Brut so wichtigen Pollen von Frühblühern. Das hat leider viel mit der Verarmung der Landschaft zu tun. Dieser Zustand aber lässt sich durch Anpflanzung heimischer Gehölze und Stauden überall im Stadtgebiet ändern. Ich sehe mich da als Vermittlerin zwischen Imkern, Honigkonsumenten und Flächenbesitzern. Gerade Landwirte verfügen über große Flächen und mit ihnen gemeinsam lässt sich viel bewegen.


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