Mitarbeiter aus 18 Nationen Firma Melos in Melle setzt Zeichen gegen Rassismus

Von Marita Kammeier

Engagiertes Trio aus Produktion und Verwaltung: Daniel Boateng, Michele Santoro und Kira Pabst (von links). Foto: Marita KammeierEngagiertes Trio aus Produktion und Verwaltung: Daniel Boateng, Michele Santoro und Kira Pabst (von links). Foto: Marita Kammeier

Melle. Mehr als 50 Mitarbeiter der Melos GmbH haben im Rahmen der internationalen Aktionswochen gegen Rassismus ein deutliches Zeichen gesetzt. Das ist kein Wunder, denn beim Granulathersteller arbeiten seit der Generation der Gastarbeiter Menschen aus 18 verschiedenen Nationen harmonisch zusammen.

„Streit und Diskussionsstoff gibt es nur, wenn es um Fußballthemen geht“, erklärte der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Herbert Horn. Fachmann auf dem Gebiet ist ganz klar Daniel Boateng aus Ghana, der seit 28 Jahren im Unternehmen arbeitet und einen berühmten Neffen als Fußballspieler hat.

Michele Santoro arbeitet seit acht Jahren bei Melos und sieht die Vorteile einer Multi-Kulti-Belegschaft wie folgt: „Ich lerne im Betrieb andere Sprachen und Traditionen kennen.“ Auch Kira Pabst, die im Vertrieb arbeitet, nebenbei studiert und für das betriebliche Gesundheitsmanagement zuständig ist, unterstützt die „Internationalen Wochen gegen Rassismus“, die noch bis zum 25. März laufen.

250 Mitarbeiter

Das nahmen Arbeitgeber, Betriebsrat, Gewerkschaftsvertreter sowie Produktions- und Verwaltungsmitarbeiter des weltweit agierenden Unternehmens zum Anlass, ein gemeinsames Signal zu setzen. Bei Melos arbeiten 250 Mitarbeiter, davon etwa 120 in der Produktion, mit unterschiedlicher Herkunft und Kultur.

Gruppenbild gegen Rassismus vor den Kreide- und Ölsilos im Melos-Werk an der Oldendorfer Straße. Hier arbeiten Mitarbeiter aus 18 Nationen seit langer Zeit gut zusammen. Foto: Marita Kammeier

„Das ist im Betrieb historisch gewachsen, seitdem die ersten Gastarbeiter aus Italien gekommen sind“, erzählte der Betriebsratsvorsitzende Vahdettin Kilic, während er die 18 Nationalitäten auflistete. Deutsche Mitarbeiter haben Kollegen aus der Türkei, Portugal, Kroatien, Serbien, Russland, Libanon, Marokko, Albanien, Syrien, Irak und zahlreichen weiteren Ländern.

„Gelebtes Beispiel für gute Integration“

Punkt 13.30 Uhr ist Schichtübergabe im Werk 2 an der Oldendorfer Straße. Während die Mitarbeiter der Frühschicht Feierabend haben, beginnt für die Kollegen der Spätschicht der Arbeitstag. Doch heute ist es anders. Nach und nach treffen immer mehr aus der Belegschaft im Aufenthaltsraum ein, um ein Signal gegen Rassismus, Populismus und Fremdenfeindlichkeit zu setzen.

„Dieses Unternehmen ist ein gelebtes Beispiel für gute Integration. Das Zusammenspiel von allen funktioniert hier harmonisch“, betonten Tobias Paulus, Gewerkschaftssekretär der IG BCE (Gewerkschaft Industrie, Bergbau, Chemie und Energie), Bezirk Ibbenbüren und Bayram Turgut, der ehrenamtlich für den Interkulturellen Bundesarbeitskreis der IG BCE tätig ist.

Rassismus schließt ganze Gruppen von Menschen aus, weil sie zum Beispiel eine andere Hautfarbe haben, fremdländisch aussehen oder behindert sind. „Das wollen wir nicht“, so lautete das Statement der Melos-Mitarbeiter beim Treffen auf dem Firmengelände.