Gegen die Rückenversteifung Meller Bechterew-Gruppe sorgt für Beweglichkeit

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Gehört zu den Gründungsmitgliedern der Meller Bechterew-Gruppe: Franz-Josef Pabst. Foto: Michael HengeholdGehört zu den Gründungsmitgliedern der Meller Bechterew-Gruppe: Franz-Josef Pabst. Foto: Michael Hengehold

Melle. Wenn es um Morbus Bechterew (MB) geht, kann Franz-Josef Pabst lebendig erzählen. Wahrscheinlich auch sonst, aber das Thema „Ich hab‘ Rücken“ liegt ihm als Betroffenem nun mal besonders am Herzen. Die Meller MB-Gruppe hat zum 30-jährigen Bestehen ein Jahresprogramm aufgelegt, dass Interessierten jeden Monat einen „Special Donnerstag“ bietet.

Zumindest nennt Pabst das so. Im Flyer heißt das Ganze etwas offizieller „Bewegungs- und Begegnungsangebote für jederman/frau mit Rückenproblemen“. Pabst ist ein Gründungsmitglied der Meller Gruppe der Deutschen Vereinigung Morbus Bechterew, sprich, seit 30 Jahren dabei. Mit Anfang 20 bereits hat er festgestellt, „dass ich beim Fußball nicht mehr so viel Speed drauf bekam“. Der erste Arzt habe „Ischias“ diagnostiziert, die folgenden fünf überspringt Pabst im Gespräch. Erst der siebte habe ihn nach einer Augenentzündung gefragt. Antwort: „Herr Doktor, ich hab Probleme mit dem Rücken und nicht mit den Augen.“ Der Mediziner habe sich jedoch nicht irritieren lassen und sich weiterhin nach Fersenschmerzen, Gelenkentzündungen und Ruhebeschwerden erkundigt. Und schließlich das Blut auf das Erbmerkmal HLA-B27 untersucht, dessen Vorkommen ebenfalls ein starker, wenn auch nicht zwingender Hinweis auf MB ist. Wie auch die Regenbogenhautentzündung (Iritis) im Auge.

„Meine Beweglichkeit ist in großem Maße auf die Gruppe zurückzuführen“

Seit damals lebt Pabst mit dieser Krankheit (Spondylitis ankylosans), die sich meist durch eine Versteifung der Wirbelsäule äußert, aber auch die übrigen Gelenke oder gar Organe des Körpers befallen kann. „Sie gilt bis heute als unheilbar, lässt sich aber in ihrem Verlauf ganz entscheidend beeinflussen“, heißt es auf der Homepage des Bundesverbandes.

Darum geht es bei den Gruppentreffen. „Meine Beweglichkeit ist in großem Maße auf die Gruppe zurückzuführen“, sagt Pabst. Bei Betroffenen äußert sich MB häufig in einem gebückten Gang - Pabst ist auf den ersten Blick nichts anzumerken. Viele seiner Leidensgenossen trifft man im Radon-Thermalwasser in Bad Gastein (Österreich) an, wo sie Luftkuren in einem Heilstollen absolvieren. Auch Pabst war oft da: „42 Grad und fast 100 Prozent Luftfeuchtigkeit. Nach drei Jahren brauchte ich keine Tabletten mehr.“ Bad Gastein wird in einem Vortrag im April vorgestellt.

Heigln an der Bifurkation

Eine Fahrt dorthin steht zwar nicht auf dem Programm, aber dafür zum Radonbad Jachymov in Tschechien (Februar 2019). Natürlich drehen sich auch alle weiteren Termine an den Spezialdonnerstagen um die Themen „Rücken“ und „Bewegung“. Am Donnerstag, 22. März, steht die Massagetechnik Shiatsu in der alten Turnhalle in Gesmold auf dem Programm. Swing Golf gibt es im Mai, einen Besuch im Hoch- und Niedrigseilgarten Kalkriese im September und im Juni steht „Heigln“ an der Bifurkation auf der Agenda. Pabst: „Das ganze Jahr über sind Interessierte eingeladen, dazuzukommen.“

Wer schon vorher wissen möchte, was genau Heigln ist (ein ganzheitliches Körpertraining nach Heinz Heigl nämlich) sich über weitere Spezialtermine oder die Gruppe allgemein informieren möchte, die wöchentlich dienstags zur Wassergymnastik nach Bad Essen fährt und donnerstags Trockengymnastik in Gesmold betreibt, kann sich an Gruppensprecher Michael Bextermöller wenden, Tel. 0 54 29 / 22 80 oder 01 52 / 2 26 01 51 66, E-Mail: Michael_Bextermoeller@web.de.

Die Flyer liegen unter anderem bei Ärzten, Physiotherapeuten und in Apotheken aus.


Definition: Laut Wikipedia ist Morbus Bechterew eine chronisch entzündliche rheumatische Erkrankung mit Schmerzen und Versteifung von Gelenken. Sie gehört zur Gruppe der Erkrankungen der Wirbelsäulengelenke (Spondylarthropathien) und betrifft vorwiegend die Lenden- und Brustwirbelsäule und die Kreuz-Darmbeingelenke. Außerdem kann es zu Entzündungen der Regenbogenhaut des Auges und selten anderer Organe kommen.

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