Osnatel Monate im Voraus informiert Meller verärgert über fehlenden Telefonanschluss bei Umzug

Von David Hausfeld

Monate im Voraus hatte ein Meller dem Telefonanbieter Osnatel seinen bevorstehenden Umzug angekündigt. Trotzdem stehen er und sein Büro bald ohne Telefonanschluss da. Foto: imago/PhotocaseMonate im Voraus hatte ein Meller dem Telefonanbieter Osnatel seinen bevorstehenden Umzug angekündigt. Trotzdem stehen er und sein Büro bald ohne Telefonanschluss da. Foto: imago/Photocase

Neuenkirchen. Dennis Wittkötter wollte alles richtig machen: Monate im Voraus informierte er seinen Telefonanbieter Osnatel, dass sein Versicherungsbüro in Neuenkirchen neue Räume beziehen wird. Osnatel versicherte ihm die reibungslose Umstellung seines Telefonanschlusses – ließ ihn aus seiner Sicht aber im Stich.

In der Wieboldstraße, wenige Hundert Meter von seinem alten Standort an der Hauptstraße entfernt, eröffnet Wittkötter am 26. März sein neues Büro. Bereits im Oktober hatte er seinen Osnatel-Geschäftskundenbetreuer in einem Erstgespräch über den geplanten Umzug informiert, erklärt Wittkötter unserer Redaktion. In seiner Branche sei das Telefon schließlich das wichtigste Kommunikationsmittel.

Die Ironie: In einem Zeitungsartikel habe Wittkötter genau an diesem Oktobertag über einen Fall gelesen, bei dem ein Osnatel-Kunde Schwierigkeiten bei der Übernahme seines Anschlusses hatte. Damit sich der Fehler nicht wiederholt, habe er den Firmenbetreuer auf den Artikel aufmerksam gemacht. Nach Aussage von Wittkötter versicherte der Betreuer, dass es bei der Umstellung keine Probleme geben wird. Auch in den Folgemonaten trat der Meller immer wieder in Kontakt mit dem Außendienstler.

„Anschlüsse von fünf Mitarbeitern über ein Handy“

Einen Bereitstellungstag setzte Osnatel schließlich für den 15. März an. Einen Tag vorher erhielt Wittkötter einen Anruf aus dem Osnatel-Innendienst: Die Telekom gebe den Anschluss nicht frei. Wie Osnatel auf Nachfrage unserer Redaktion bestätigt, ist das Unternehmen in diesem Fall auf den Infrastrukturbereich der Telekom angewiesen. Nach Angaben der Telekom lege eine „100-Prozent-Belegung vor“, und es stehe „keine freie Doppelader mehr zur Verfügung“, teilt eine Osnatel-Sprecherin mit. Das Unternehmen könne Wittkötter weder Telefon noch Internet zur Verfügung stellen, auch wenn sie das gerne würden.

Die Alternative: ein direkter Anschluss bei der Telekom. Das Problem: Eine Wartezeit von vier bis fünf Wochen, schildert Wittkötter. Zwar habe er den Anschluss vorsorglich beantragt, die Wartezeit für ihn und sein Geschäft sei aber deutlich zu lang. „Hätte Osnatel mir das im Januar oder Februar mitgeteilt, hätte ich das wahrscheinlich noch rechtzeitig einrichten können“, sagt Wittkötter. „So wie der Stand jetzt ist, müssen wir zur Eröffnung die Anschlüsse von fünf Mitarbeitern über ein Handy abwickeln.“

Lediglich Vorgespräche

Laut Osnatel habe es sich bei den Gesprächen Ende 2017 lediglich um „Vorgespräche“ gehandelt. „All unsere Aufträge werden vorbehaltlich der technischen Realisierbarkeit angenommen. Ein Vertrag kommt mit Schaltung zustande. Eine konkrete Auftragsbestellung lag uns im Februar dieses Jahres vor“, schildert die Osnatel-Sprecherin. Die Unterschrift erfolgte erst im Februar, bestätigt auch Wittkötter. „Aber da verlass ich mich ja auch auf die Aussagen der Leute, die mich betreuen“, sagt er. Er habe sich auf die Gespräche mit seinem Kundenberater verlassen, der die Umstellung als problemlos angekündigt hatte.

Auch dass der bisherige Nutzer der Räume in der Wieboldstraße Osnatel-Kunde war, hilft Wittkötter in diesem Fall wenig. Die Leitung des Vormieters wurde ordnungsgemäß gekündigt, sodass die Leitung wieder an die Telekom zurückgegangen ist, erklärt Osnatel.

Was tun können?

Wittkötter fragt sich: „Was hätte ich als Kunde oder Endverbraucher tun können, um das zu verhindern?“ Nichts – sagt Osnatel. Für das Unternehmen sei die 100-Prozent-Belegung durch die Telekom nicht frühzeitiger zu erfahren gewesen. „Wir werden leider erst mit Bestellung der Leitung darüber informiert und können erst dann diese Information weitergeben.“

Der Meller hat derweil einen Anwalt eingeschaltet und fordert Schadensersatz, sollte Osnatel bis zum heutigen Mittwoch keinen Anschluss zur Verfügung stellen.