Jahreshauptversammlung Jägerschaft Melle lernt Gefahren der Wildschweinjagd

Von Marita Kammeier

Trophäen aus den Hegeringen der Jägerschaft Melle bewunderten Ulla Hellmann und Frank Westhoff im Gasthaus Birr. Foto: Marita KammeierTrophäen aus den Hegeringen der Jägerschaft Melle bewunderten Ulla Hellmann und Frank Westhoff im Gasthaus Birr. Foto: Marita Kammeier

Buer. Die Aufgaben- und Themenvielfalt der Jägerschaft Melle ist gewaltig: Von den Gefahren bei der Wildschweinjagd und der Afrikanischen Schweinepest bis hin zum Gänse-Monitoring, neuen Wolfsgesetzen und dem Tierrettungsprojekt für Rehkitze.

Die Kyrill-Flächen mit dichtem Strauchwerk und schützenden Brombeerhecken sind seit zehn Jahren ein Paradies für das heimische Schwarzwild, das dort ideale Bedingungen für die Aufzucht des Nachwuchses vorfindet. Die Probleme bei der Jagd auf Wildschweine bildeten ein Schwerpunktthema bei der Jahreshauptversammlung der Jägerschaft Melle im voll besetzten Gasthaus „Birr“.

Dynamik des Schwarzwildes

„Das ist keine Kaninchenjagd“, warnte der Referent Jens Hepper in seinem Vortrag. „Sauen sind verflucht intelligent und überraschen uns immer wieder, wenn sie mit Hochgeschwindigkeit aus der Deckung des Maisfeldes angerast kommen, um mit Hunden und Treibern zu kämpfen. Die meisten Jäger wissen zu wenig über die Dynamik des Schwarzwildes.“ Wildschweine wissen ganz genau, was ihnen guttut, zum Beispiel Bärlauchwurzeln und Pestwurz bei Entzündungen. Die Empfehlung des Schweißhundführers an die Jäger lautete: „Besonnen handeln bei der Jagd.“ Für die Mitglieder der Jägerschaft Melle steht das Engagement für den Erhalt der Natur und Kulturlandschaft ganz weit oben auf der Aufgabenliste.

Tierrettungsprojekt

Auch der helfende Aspekt kommt nicht zu kurz. Das wurde deutlich, als der Vorsitzende Fritz Mithöfer Carsten Kemna und Sven Pots für ihr Tierrettungsprojekt mit Urkunden und der Ehrennadel „Das Goldene Rebhuhn“ der Landesjägerschaft Niedersachsen mit den Worten ehrte: „Sie haben 18 Rehkitze ehrenamtlich vor dem Mähtod gerettet und damit die Jäger bei Suchaktionen unterstützt.

Überraschung: Fritz Mithöfer (links) ehrte Carsten Kemna mit Urkunden und der Anstecknadel „Goldenes Rebhuhn“ für die erfolgreiche Rehkitzrettung. Foto: Marita Kammeier

Die Überraschung für die beiden Nichtjäger aus Gesmold und Nemden hätte nicht größer sein können. „Frühmorgens bei Sonnenaufgang haben wir mit Hexacopter („Drohne“) und Wärmebildkamera auf den Feldern vor der Ernte die etwa 25 Grad warmen Kitzkörper gefunden.“

Schweinepest

Für die musikalische Umrahmung der Jahreshauptversammlung mit besonderem Damengruß sorgten die Jagdhornbläser. Zahlreiche Ehrengäste wie Landrat Michael Lübbersmann, die stellvertretende Bürgermeisterin Annegret Mielke sowie die Landtagsabgeordnete Gerda Hövel dankten der Jägerschaft für ihren Einsatz bei der Afrikanischen Schweinepest, dem Schutz der Tierwelt und der datenmäßigen Registrierung von Waffenbeständen.

Von der Überprüfung des Jagdrechtes beim Schutzstatus des Wolfes berichtete der Bundestagsabgeordnete André Berghegger aus Berlin: „Die Dynamik bei der Vermehrung soll angemessen berücksichtigt werden.“ Hermann-Josef Bolte als Vertreter des Unterhaltungsverbandes richtete den Appell an die Jäger: „Wir brauchen Unterstützung bei zunehmenden Problemen mit Nutrias.“