Aufatmen bei Vereinsmitgliedern Meller Diedrichsburg: Brunnen ist 96 Meter tief

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Melle. Na endlich: Die Brunnenbauer an der Diedrichsburg sind auf ein ergiebiges Wasservorkommen gestoßen: Am Montag erreichten sie mit einer Pilotbohrung eine Tiefe von 95 Meter und sind jetzt mit dem Ergebnis zufrieden.

„Bei 50 Meter war kein Wasser, bei 70 Meter nur 1000 Liter pro Stunde aber bei 91 Meter lief es dann“, berichteten Günter und sein Sohn Sven Papenfuß von der gleichnamigen Firma aus Stemwede. Sie sind mit ihrem Mitarbeiter Pierre Schuster am Meller Berg im Einsatz.

Heinz Garlich, dem „Brunnenbeauftragten“ des Verschönerungs- und Verkehrsvereins und seinen Mitstreitern fällt damit ein Stein vom Herzen. Denn der Verein hat die Diedrichsburg an einen Gastronomen vermietet, der von der Wasserversorgung des bisherigen Hausbrunnens abhängig ist: Nicht nur die Küche, sondern auch die öffentlich zugänglichen Toilettenanlagen benötigen Wasser aus diesem 36 Meter tiefen historischen Brunnen. Der fördert seit rund zwei Jahren nicht mehr ausreichend und auch eine Sanierung im Brunnenschacht brachte nichts. Daher hatten Vereinsmitglieder das Wasser im vergangenen Jahr per Tankwagen zur Burg transportiert. Eine Dauerlösung konnte das nicht sein und eine eigene Wasserleitung war zu teuer. Daher kamen die Brunnenbauer zum Zuge.

Keine Unterlagen

„Das Besondere hier ist, dass es keine geologischen Unterlagen von Bohrungen am Meller Berg gibt“, berichtet Brunnenbauermeister Sven Papenfuß. Insofern mussten die Fachleute auch mit hartem Fels rechnen und die Wasserführung im Berg war eine große Unbekannte. Jeder Meter Bohrung wurde daher mit einer Probe dokumentiert und das Ergebnis wird abschließend dem Bergbauamt übermittelt.

„Wir waren gespannt“

Für alle Fälle hatten die Männer aus Stemwede sogar einen Diamantbohrkopf dabei. Der musste aber nicht eingesetzt werden, obgleich zwischendurch harte Kalksteinbänke zu durchbohren waren. „Wir waren sehr gespannt, aber es war dann doch nicht so hart, wie wir zunächst angenommen hatten“, sagte Papenfuß. Nach 15 Metern Sandstein kam Mergelkalk, ab 69 Metern dann roter Mergelkalk, auch „rote Wand“ genannt.

Läuft Pumpe am Freitag?

Die Pilotbohrung mit einem Durchmesser von 125 Millimeter wird in dieser Woche auf 300 Millimeter ausgeweitet, das Bohrloch erhält eine Kunststoffummantelung, die wiederum mit einer Art Flüssigbeton im Bohrloch stabilisiert wird. In das Plastikrohr werden Filter eingebracht, ein Edelstahlrohr für die Wasserförderung eingelassen und die Pumpe in 90 Meter Tiefe installiert. „Wenn alles klappt, werden wir ab Freitag pumpen“, kündigten die Brunnenbauer an.


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