Gedenken an die Befreiung Hochkarätiger Konzertabend im Meller Atelier Pentzek

Von pm

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Melle. In der Reihe der Kunstabende zum Gedenken an die Befreiung des KZ Auschwitz wurde im Atelier Pentzek der Kunstabend „Drei Stufen“ wiederholt. In einer kleinen Nachbetrachtung gibt Dieter Pentzek seine Eindrücke wieder.

„Menschliche Fragen bestimmen die Kunst. Damit bestimmten sie auch die Kunst-Abende Drei Stufen. Die letzte Veranstaltung am 11. März brachte schon etwas Frühling in das Atelier Pentzek. Einige Besucher husteten zwar noch, ließen sich deshalb aber nicht von einem Erleben der ungewöhnlichen Musik des holländischen Duos Sanna van Elst und Bobby Rootveld abhalten.

Zuerst sprach Alois Lögering, Leiter des Arbeitskreises AROS (Alle Religionen Osnabrücks), von seinem Vater, dem sich einst erschreckend um Brot und Wasser bettelnde Finger aus einem KZ-Gefangenen-Käfig entgegen zwängten. Dann wies der Gitarrist Bobby Rootveld auf das Ende seiner eigenen Angehörigen in den Niederlanden hin, denen in den KZs Auschwitz und Sobibor nur noch zartes Singen Erlösung sein konnte. Er ergriff seine Gitarre und sang wie flüsternd. Seine Partnerin, die Flötistin Sanna, untermalte seinen Flüster-Gesang mit einer Stimme, als wolle sie ein eigenes Kind in den Himmel begleiten.

Freude statt Trauer

Nicht himmelszart, sondern ganz kräftig setzte später der jüdische Kantor Baruch Chauskin seine Stimme ein. Denn ihn trieb nicht mehr Trauer, sondern Freude an – Freude darüber, dass in Viški, dem früheren Lebensort seiner Großeltern in Lettland, noch drei Steinstufen der ehemaligen Synagoge erhalten geblieben sind.

Sie sollen in Zukunft der Mittelpunkt eines Memorials werden. Die Gründung des Vereins drei Stufen kann zu einem hoffnungsvollen Austausch zwischen Lettland und Deutschland beitragen.

Diese Stufen, so wurde deutlich, sind Steine für unser aller Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

Die Besucher des Konzertabends trennten sich erst spät nach all den Gesängen und lettischen Landeseindrücken und gingen erfreut in die angebrochene Meller Nacht.“


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