Sanierung oder Abriss? Wohnungsbau Grönegau kauft Bahnhof in Bruchmühlen

Von Simone Grawe

Kein optisches Aushängeschild: Der Bahnhof in Bruchmühlen. Nun hat die Wohnungsbau Grönegau das Objekt erworben und will nun prüfen, ob es saniert oder abgerissen wird. Archivfoto: Conny RutschKein optisches Aushängeschild: Der Bahnhof in Bruchmühlen. Nun hat die Wohnungsbau Grönegau das Objekt erworben und will nun prüfen, ob es saniert oder abgerissen wird. Archivfoto: Conny Rutsch

Melle. Der Bahnhof in Bruchmühlen hat einen neuen Besitzer: Die Wohnungsbau Grönegau (WBG) hat das Objekt erworben und prüft nun, ob es ganz oder in Teilen erhalten werden soll. Auch ein Abriss kommt infrage.

„Wir freuen uns über den Erwerb, sodass wir nun Gelegenheit haben, einen Fuß in die Tür zu bekommen, um das Areal zu überplanen“, berichtet Dirk Hensiek auf Nachfrage unserer Redaktion. Der Geschäftsführer der WBG teilt in diesem Zusammenhang mit, dass der Vertrag kürzlich geschlossen wurde, sodass die städtische Wohnungsbaugesellschaft bereits voraussichtlich zur Jahresmitte über den Besitz verfügen kann.

Aktuell ist das Bahnhofsgebäude teilweise als Wohnraum vermietet. Die Mietverträge wird die Wohnungsbau Grönegau übernehmen, die Mietverhältnisse laufen weiter, betont Dirk Hensiek.

Nachdem der Bahnhof in den Besitz übergegangen ist, soll zunächst das Umfeld des Bahnhofes verbessert werden, führt der WBG-Geschäftsführer aus. Dabei soll die marode Bausubstanz, die an das Lagergebäude angrenzt, beseitigt werden. Des weiteren sollen die Außenanlagen provisorisch verbessert werden.

Ob letztlich das Gebäude saniert und erhalten oder abgerissen wird, steht derzeit noch nicht fest. Dirk Hensiek kündigt eine gutachterliche Untersuchung an, die darüber Aufschluss geben soll, ob sich ein Erhalt in Gänze oder in Teilen lohnt, oder ob aus wirtschaftlichen Gründen ein Abriss sinnvoller ist: „Über die mittel- bis langfristige Verwendung des Bahnhofgebäudes und der vorgelagerten Freiflächen wird erst nach Untersuchung der Gebäudesubstanz entschieden. Es war uns wichtig, dass die Immobilie, für die ein Eigentümerwechsel zu erwarten war, zunächst wieder in die öffentliche Hand gelangt“, äußert sich Dirk Hensiek.

Über den Erwerb hat der Geschäftsführer inzwischen Ortsbürgermeister Axel Uffmann informiert, der gleichzeitig Mitglied des Aufsichtsrates der WBG ist. In der Folge wird sich der Ortsrat Bruchmühlen in seiner nächsten Sitzung mit dem Thema beschäftigen.

Dessen Meinungsbildung soll in die Entscheidung über die künftige Gestaltung einfließen: „Künftige Fehlentwicklungen für diese ehemals öffentliche Immobilie sollen so ausgeschlossen werden“, erklärt Dirk Hensiek.

Bis sich aber eine deutliche Verbesserung vor Ort zeigen wird, wird allerdings noch Zeit vergehen: „Wir müssen noch zahlreiche Fragen und auch etwaige finanzielle Fördermöglichkeiten klären, die in Abhängigkeit von den zu entwickelnden Konzepten stehen“, dämpft Hensiek die Hoffnung auf eine baldige Bautätigkeit. Trotz der noch erforderlichen Geduld sei es aber gut, dass sich nunmehr Perspektiven für die Ortsgestaltung in diesem Bereich von Bruchmühlen abzeichnen.