Unterschlupf für Igel, Vögel und Mäuse Neuenkirchener Grundschüler bauen Tierverstecke

Von Norbert Wiegand


Neuenkirchen. Im Schulwald und am Teich hinter der Kantor-Wiebold-Grundschule haben Orkan Friederike und vorherige Stürme ihre Spuren hinterlassen: Neuenkirchener Grundschüler sammelten jetzt viele abgebrochene Äste und schichteten sie als Haufen auf.

„In solchen Asthaufen verstecken sich Igel, Mäuse, Zaunkönige, Rotkehlchen und Amseln“, berichtete Schülerin Livana Soll, was sie im vorbereitenden Sachunterricht bei Lehrerin Sandra Leineweber erfahren hat. Mit großem Einsatz schafften 40 Drittklässler in zwei Gruppen nacheinander das Naturmaterial heran, um damit mehrere derartige Schutzräume und Nistangebote im Umfeld des Teichufers für kleine Säugetiere, Insekten und Vögel anzulegen.

Die dicken und dünnen Äste holten die Schüler mit großem Eifer teils aus dem Wald und teils aus dem Wasser. „Für einen ganz großen Ast brauchen wir zehn Kinder zum Anpacken“, rief Simon Nolte weitere junge Helfer herbei. Anschließend zersägten Sofia Hoffmann und Max-Luis Milsmann den langen Ast in passende Stücke. Zuletzt wurden die Haufen mit etwas Laub ergänzt und schon war das neue Zuhause für viele Tiere fertig.

Totholz ist wichtig

„Auf dieser schulpädagogischen Anschauungsfläche können die Kinder erleben, wie Unterschlüpfe für Vögel, Wildbienen und Spinnen einfach angelegt werden können“, erklärte Diplom-Biologin Claudia Große-Johannböcke. Die Asthaufen-Aktion knüpfe an den Nistkästenbau an, mit dem der Heimatverein den Drittklässlern jedes Jahr Grundwissen über die heimische Vogelwelt und handwerkliche Fähigkeiten vermittelt.

Zur Handsäge griffen Sofia Hoffmann und Max-Luis Milsmann. Foto: Norbert Wiegand

„Es ist wichtig, nicht alles tote Holz zu zerschreddern oder auf Osterfeuern zu verbrennen, denn dann finden viele Tiere keinen Lebensraum mehr“, erklärte Claudia Große-Johannböcke. Außerdem würden auf dem absterbenden Holz auch Pilze und so manche Pflanzen wachsen. Asthaufen wären auch in jedem privaten Garten ein einfacher Beitrag für die Natur.

Nistbäume für Spechte

Die Mädchen und Jungen wiesen auf einige schief in Richtung Wasserfläche stehende Bäume direkt am Teichufer hin. „Die Bäume, die keine Gefahr für Spaziergänger darstellen, sollten möglichst nicht gefällt werden“, erläuterte die Diplom-Biologin. „Denn sie dienen dem Fischreiher und dem hier ansässigen Eisvogel als Sitzwarte für ihren Fischfang und dem Specht als Nistbaum.“ In einer weiteren Aktion will Claudia Große-Johannböcke bald eine Wildsträucherhecke mit Schlehe, Kornelkirsche, Hartriegel, Heckenrosen, Weiß- und Schwarzdorn anpflanzen: „An die Seite des Grundstücks zum Tennisplatz werden dann keine höher wachsenden Bäume mehr gepflanzt, damit weniger Laub über den Zaun auf diesen Platz fallen kann.“