Landesweites Vorzeigemodell Lernwerkstatt: Kita und Schule in Riemsloh unter einem Dach

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Riemsloh. Pädagogen aus ganz Niedersachsen kommen nach Riemsloh, um sich dort über die Lernwerkstatt zu informieren. Das gemeinsame Projekt der Grundschule und des Kindergartens St. Johann hat offenbar Vorbildcharakter für ähnliche Kooperationen, die in anderen Orten geplant werden.

Die Lernwerkstatt bietet sowohl Kindergartenkindern als auch Grundschülern besonders gute Angebote und Voraussetzungen, um sich selbst, in Gruppenarbeit und gemeinsam mit Erziehern und Lehrern Wissen anzueignen. Der Raum enthält zahlreiche Materialien, die zum Experimentieren einladen. So weckt beispielsweise das Koppel-Pendel die Neugier von Vorschulkind Moritz (5), der die Möglichkeiten dieses Instrumentes mit zwei hängenden Kugeln gleich zusammen mit den Erstklässlern Mara (6) und Pepe (6) ausprobiert.

Gemeinsames Lernen

„Wir legen besonderen Wert auf das selbstorganisierte Lernen der Kinder“, erklärt die für die Lernwerkstatt zuständige Lehrerin Anke Bolte. Die inhaltlichen Schwerpunkte der entsprechend ausgestatteten Lernwerkstatt liegen vor allem im naturwissenschaftlichen und technischen Bereich. Das in einer klaren Raumstruktur angebotene Material soll zum Staunen anregen und den Entdeckergeist der Jungen und Mädchen wecken. „Außerdem üben und vertiefen wir als Lernbegleiter spielerisch Such-, Finde- und Lernstrategien“, ergänzt Kindergartenleiterin Susanne Lührmann. Neben Technik spielen aber auch Sprachbildung und Sprachförderung eine hervorgehobene Rolle.

Die wesentliche Besonderheit des Riemsloher Modellprojektes ist aber, dass es um gemeinsames Lernen von Kindergartenkindern und Grundschülern geht. Die Vorschulkinder aus der benachbarten Kita kommen einmal wöchentlich mit ihrer Erzieherin Nadine Cowasa in die Lernwerkstatt, um dort die Erstklässler aus der Klasse von Lehrerin Lena Hülsmeyer zu treffen. „Heute schöpfen wir Papier und ich treffe hier Pepe und Leo, die ich schon aus dem Kindergarten kenne“, erklärt Marta (5). „Manchmal kann ich den Kindergartenkindern etwas zeigen“, ergänzt Erstklässlerin Johanna (7). Gelegentlich kommen auch die Schüler in das Mal-Atelier des Kindergartens.

Für beide Seiten bereichernd

„Die Institution Schule wird so schon vor der Einschulung zur vertrauten Umgebung“, geht Susanne Lührmann auf Vorzüge der engen Kooperation der beiden pädagogischen Einrichtungen ein. Die Kinder unterschiedlichen Alters lernen inhaltlich und sprachlich miteinander und voneinander. „Die Eltern freuen sich über die gute Vorbereitung des Schulbesuches, die über einmalige Besuche hinausgeht“, so die Kindergartenleiterin. Außerdem sei auch der Austausch zwischen Erzieherinnen und Lehrerinnen in alljährlich neuen Teams für beide Seiten „bereichernd“.

Die Riemsloher Kooperation von Schule und Kindertagesstätte war im Jahr 2013 eines von acht Modellprojekten in Niedersachsen. „Inzwischen sind wir über die Modellphase hinausgewachsen und die altersübergreifende Lernwerkstatt ist ein selbstverständlicher Teil unseres Alltags geworden“, resümiert Anke Bolte. Aber es kämen immer noch Lehrer und Erzieher aus allen Teilen Niedersachsens, um praktische Einblicke und Erfahrungsberichte für ihre eigenen geplanten Projekte mitzunehmen.


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