Ernährungsumstellung hilft Trotz Diabetes: Meller lebt ohne Insulinspritzen

Von Conny Rutsch

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Dirk von Grabe schaffte es mit einer Ernährungsumstellung, von Insulinspritzen wegzukommen. Foto: Conny RutschDirk von Grabe schaffte es mit einer Ernährungsumstellung, von Insulinspritzen wegzukommen. Foto: Conny Rutsch

Melle. Es war buchstäblich kurz vor 12, als er das Ruder herumriss. „Mir hätten Herzinfarkt oder Schlaganfall gedroht, aber alleine hätte ich es nicht geschafft“, erzählt Dirk von Grabe aus Bruchmühlen. Er leidet unter Diabetes Typ 2, einer Krankheit, die sich schleichend entwickelt.

Vor einigen Jahren diagnostizierte ein Arzt diese Stoffwechselerkrankung, bei der das körpereigene Insulin nicht mehr auf den Blutzucker reagiert. Tabletten gehörten seitdem zum Alltag des Patienten. Dann stieg der Langzeitblutzuckerwert auf eine Messeinheit von fast elf, erlaubt ist 5,7. Die Folge: Viermal täglich Insulin spritzen.

Seine Frau schließlich brachte ihn dazu, sich bei den Ernährungs-Docs zu melden, die im NDR-Fernsehen Fallpatienten gewissermaßen öffentlich behandeln und die gerade Patienten suchten.

Vor fast genau einem Jahr meldete sich Dirk von Grabe bei dem Ärzteteam um den „Fernseharzt“ Matthias Riedl und wurde tatsächlich als einer von über 5000 Klienten nach Hamburg eingeladen.

Drei Tage Haferkur

„Eine Stunde nahm sich der Arzt Zeit für mich, fragte nach meinen Lebensumständen, besprach das Ernährungsprotokoll, das ich vorher anlegen musste“, erinnert sich Dirk von Grabe noch immer sehr begeistert.

Am 3. Juli begannen er, der Arzt, eine Ernährungsberaterin und nicht zuletzt das NDR-Fernsehteam mit Behandlung und Dreh.

Drei Tage lang stand eine Haferkur für den Patienten auf dem Speiseplan, morgens, mittags und abends Haferflocken mit Brühe oder Wasser. Damit schaute der Ernährungs-Doc zunächst, ob die Bauchspeicheldrüse ihren Dienst tat. Und danach dann legte die Ernährungsberaterin die Marschroute für eine Ernährungsumstellung fest. „Weg von zuckerhaltigen Nahrungsmitteln hieß die Devise für mich“, lacht Dirk von Grabe heute. Denn Gummibärchen und Schokolade gehörten für lange Berufsfahrten in die Mittelkonsole seines Autos. Fruchtjoghurt konsumierte er in den sprichwörtlichen rauen Mengen. Dass so ein Becherchen umgerechnet gleich mehrere Würfel Zucker enthält, war ihm gar nicht bewusst.

Viel Eiweiß

Der Patient lernte, dass er sich eiweißreich ernähren sollte, Kohlenhydrate möglichst nicht verzehren dürfe. Gesagt, getan? Ja, aber seine Motivation puschte er noch auf ganz besondere Weise. All seinen Kunden und Freunden quer durch die Republik und weit darüber hinaus berichtete er von seinem Plan und der anstehenden Fernsehsendung. Ein Rückzieher war also schier nicht mehr möglich bei diesem öffentlichen Druck, den er sich selber setzte. Und?

Ja, unfassbar ist das, war Dirk von Grabe erzählt. Hatte ihn sein Diabetologe eigentlich kaum auf eine Umstellung der Essgewohnheiten hingewiesen, sondern die Insulingabe erhöht, brachte ihm das Konzept der Ernährungs-Docs und sein Wille tatsächlich Erfolg. Schon drei Wochen nach der Ernährungsumstellung brauchte er die Insulinspritzen nicht mehr, nimmt heute nur noch zwei Tabletten täglich. In fünf Monaten reduzierte er sein Ursprungsgewicht von 110 Kilogramm um 13 Kilogramm, seinen Bauchumfang um 16 Zentimeter und seinen Langzeitblutzuckerwert auf 6,1.

Regelmäßig Fisch

Heute stehen Quark, Gemüse und Vollkornprodukte auf seinem Einkaufszettel. „Fisch gibt es bei uns jetzt regelmäßig oder auch mal ein Steak mit Salat“, sagt er. In der Mittelkonsole seines Wagens befinden sich jetzt eine Flasche Wasser und viele Kugelschreiber. Auf Dienstreisen nimmt er sich selbst gemachtes Müsli aus gesunden Körnern mit, das er statt fettem Hotelfrühstück mit Früchten aufwertet. Und auf den Zuckerinhalt von verpackten Lebensmitteln achtet er jetzt ganz genau.

Ach ja, und nicht zu vergessen, bewegt sich Dirk von Grabe jetzt viel mehr ebenfalls auf Anraten der Ärzte. Mehrmals in der Woche walken macht ihm inzwischen richtig Spaß. Dass dieses Gesamtkonzept ihm derartig geholfen hat, begeistert ihn nachhaltig.


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