Mehrere Fälle Hochsitze in Melle und Umgebung abgefackelt

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Mehrfach wurden Hochsitze in den vergangenen Wochen von Unbekannten angezündet. Symbolfoto: dpaMehrfach wurden Hochsitze in den vergangenen Wochen von Unbekannten angezündet. Symbolfoto: dpa

Melle/Bünde. Unbekannte haben einen Jagdhochsitz in Melle-Riemsloh angezündet. Es ist einer von vielen abgebrannten Hochständen in der Grenzregion Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen, denn auch in den Regionen Bünde und Minden-Lübbecke wurden in den letzten Wochen Jagdkanzeln angesteckt.

„Das ist schon eine Sauerei“, sagt Jäger Willi Hartwig. Er ist einer der beiden Jagdpächter des Landstriches im Riemsloher Ortsteil Groß-Aschen. Dort auf freiem Feld nördlich des Flusses Else stehen die Überreste des Hochsitzes: eine Holzleiter und das untere Metallgestell, auf dem einst die hölzerne, mit Teppich ausgekleidete Kabine befestigt war.

„Eine richtig schöne Kanzel“, findet Hartwig. Unbekannte haben sie zwischen Mittwoch und Freitag angesteckt. Rund acht Jahre stand der Hochsitz zuvor auf dem Acker. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen und geht laut Mitteilung von einer „vorsätzlich begangenen Sachbeschädigung“ aus.

Nach einem Feuer sind nur das Metallgestell und eine Leiter übrig von einem Hochsitz in Melle-Riemsloh. Die Holzkanzel ist komplett abgebrannt. Foto: Polizei

Wilhelm Welling ist der zweite Pächter des Jagdrevieres. Wer für das Feuer verantwortlich ist – ein Pyromane, ein Jagdfeind oder jemand ganz anderes – könne er nur vermuten. „Wir leben in einer Region, in der die Jagd noch sehr stark mit den Menschen verbunden ist“, sagt er. Natürlich gebe es auch Leute, die das Jagen kritisch sehen, Anfeindungen oder jagdfeindliche Äußerungen habe er jedoch noch nicht erfahren. Eins steht für ihn fest: „Das ist kein Jugendstreich, sondern eine Straftat.“

Dass bisher niemand etwas von dem Feuer mitbekommen hat, wundert ihn. „Es ist mir unerklärlich. Wenn so ein Hochsitz abbrennt, da schlagen doch Flammen und es qualmt“. Bisher seien ihm jedoch keine Zeugen bekannt.

Mehrere Fälle in Bünde

Die abgebrannte Jagdkanzel in Groß Aschen ist der jüngste von mehreren Fällen innerhalb weniger Kilometer im Grenzgebiet von Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Erst am 27. Februar hatten Unbekannte gleich zwei Hochsitze im benachbarten Bünde in Nordrhein-Westfalen abgefackelt. Nach Angaben der Polizei zündeten sie gegen 2.40 Uhr morgens zunächst in der Grabenstraße einen mobilen Hochsitz an. Gegen 22.20 Uhr am Abend brannte ein weiterer, diesmal stationärer Hochsitz an der Dünner Straße.

„Wir gehen davon aus, dass es sich jeweils um eine vorsätzliche Tat handelt“, sagt ein Polizeisprecher. Einen Zusammenhang zwischen den Taten in Groß Aschen und Bünde bestätigt der Polizist vorerst nicht. Die zuständigen Polizeistellen würden sich bei Fällen in Grenzregionen landesübergreifend abstimmen. „Ein möglicher Tatzusammenhang wird sicherlich Gegenstand der Ermittlungen sein“, sagt der Polizeisprecher weiter.

Weitere drei Hochsitze im Bünder Land waren bereits im Herbst 2017 von Unbekannten angezündet worden. Wie das Westfalen Blatt berichtete, vermutete die Polizei damals, dass die Taten zusammenhängen.

Zündelei in Bennien

Laut Fritz Mithöfer, Vorsitzender der Jägerschaft Melle, versuchten Unbekannte im Herbst 2017, auch im Bruchmühlener Ortsteil Bennien (wenige Kilometer von Groß-Aschen entfernt) zwei Hochsitze anzuzünden. Dort sei es jedoch beim Versuch geblieben. „Die Hochstände sind für die Jagdausübung wichtig“, sagt er. Zum einen beunruhige der Jäger so das Wild nicht, zum anderen verlaufe seine Schussrichtung nach unten. Die Munition mit der beispielsweise ein Reh erlegt werde, habe eine Gefahrenreichweite von bis zu fünf Kilometern. „Es ist deshalb besser, wenn der Schütze nicht zu flach schießt“, so Mithöfer.

Auch im weiteren Umkreis sind kürzlich Hochstände angezündet worden. Wie die Polizei auf Nachfrage bestätigt, wurden erst am 1. März in Preußisch Oldendorf und am 3. März in Lübbecke jeweils ein Jagdhochsitz durch ein Feuer beschädigt. Die Polizei geht von Brandstiftung aus.

Die Polizei bittet Zeugen, Hinweise zu den einzelnen Vorfällen an die nächste Dienstelle zu geben.


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