Knappe Entscheidung im Kreistag MEL-Kennzeichen: Reservierungen noch nicht möglich

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Der Weg für das MEL-Kennzeichen ist frei. Darüber freut sich Bürgermeister Reinhard Scholz. Aber es kann noch etwas dauern, bis Reservierungen und Anträge in den Zulassungsstellen möglich sind. Foto: David EbenerDer Weg für das MEL-Kennzeichen ist frei. Darüber freut sich Bürgermeister Reinhard Scholz. Aber es kann noch etwas dauern, bis Reservierungen und Anträge in den Zulassungsstellen möglich sind. Foto: David Ebener

Melle/Osnabrück. Das war knapp, aber es reichte für die Wiedereinführung alter Kfz-Kennzeichen: Mit 28 gegen 26 Stimmen beschlossen die Mitglieder des Kreistages am Montagabend in geheimer Abstimmung, dass künftig auf Wunsch wieder die Kennzeichen MEL, WTL (Wittlage) und BSB (Bersenbrück) beantragt werden können. Melles Bürgermeister sieht in der Entscheidung einen Ausdruck von Bürgernähe.

Als Antragsteller hatte Matthias Pietsch (UWG) noch einmal eindringlich für die Wiedereinführung der Kennzeichen geworben. Er verwies auf den einstimmigen Beschluss des Meller Stadtrates, den Willen der Bürger zu respektieren und auf Wunsch wieder solche Kennzeichen auszugeben. Die zunächst ins Feld geführten Gegenargumente wie teure Umstellung von Software in den Zulassungsstellen hätten sich als haltlos erwiesen. „Enttäuschen Sie die Mehrheit der Bürger nicht, zumal es nur um deren Wahlfreiheit geht, und niemand sein Kennzeichen deswegen wechseln muss“, appellierte er an die Abgeordneten aller im Kreistag vertretenen Fraktionen.

Unterstützt wurde Pietsch in Beiträgen von Wilhelm Hunting (SPD), Jürgen Ebert (Grüne) und Ernst-August Hoppenbrock (DU).

Die gemeinsame Marke „Osnabrücker Land“ werde durch eine Zustimmung nicht beschädigt, weil MEL, BSB und WTL starke Markenbotschafter sind“, sagte Hunting. Und: Politik sollte die Wahlfreiheit von Bürgern nicht einschränken“. (Weiterlesen: Bekommen die alten Auto-Kennzeichen eine neue Chance?)

Ebert hielt ein grünes MEL-Kennzeichen hoch, dass zu einem Trecker seiner Familie gehört hatte und das er bei einer Ummeldung abgeben musste. „Ich habe mich damals alleingelassen gefühlt, das darf den Bürgern nicht auch so gehen, daher stimmt doch für die alten Kennzeichen.“

Hoppenbrock hob hervor, dass es sich zwar um ein weiches Thema handele, aber eines, das viele Menschen im Landkreis direkt berühre. „Ich bitte Sie, geben Sie sich einen Ruck und stimmen Sie zu.“

Gegner meldeten sich nicht zu Wort. Auf Antrag des CDU-Fraktionsvorsitzenden Martin Bäumer wurde geheim abgestimmt. Wenig später verkündete Kreistagsvorsitzender Hermann Meyer das Ergebnis: 28 Ja-Stimmen, 26 Nein-Stimmen und vier Enthaltungen. Jubel und Beifall brandete auch bei den zahlreichen Zuhörern auf.

Melles Bürgermeister Reinhard Scholz sagte unmittelbar danach :„Wir sehen in der Entscheidung des Kreistages einen Ausdruck von Bürgernähe, da mit diesem Votum das manifestiert wurde, was der Rat der Stadt Melle in seiner Sitzung vom 20. Juni 2017 einstimmig gefordert hatte. Mit der Entscheidung des Kreisparlamentes wird der Wunsch von Bürgern nach der Wiedereinführung des MEL-Kennzeichens respektiert.“

„Fantastischer Beschluss“

Und der Vorstandsvorsitzenden des Vereins Osnabrücker Land Kultur, Jürgen Krämer sagte: „Wir finden den Kreistagsbeschluss fantastisch und sehen uns in unseren Bemühungen bestätigt, die Meinungsbildung positiv begleitet zu haben. Denn die MEL-, WTL- und BSB-Kennzeichen stellen aus unserer Sicht ein Kulturgut war, mit dem Identität für den heimischen Raum gestiftet werden kann.“ Und Uwe Plaß, Vorsitzender des Heimatvereins Melle freute sich und ist sicher: „Man wird jetzt auch am Schölerberg sehen, dass der Landkreis Osnabrück davon nicht untergeht.“

In der Zulassungsstelle Melle gab es bereits Nachfragen nach MEL-Kennzeichen. Trotz der aktuellen Entscheidung des Kreistages können allerdings noch nicht sofort solchen Kennzeichen reserviert werden, da erst die Voraussetzungen geschaffen werden müssen.


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