Geniestreich in der Martinikirche Wunderbares Konzerterlebnis dank Posaunenchor Melle-Buer

Meine Nachrichten

Um das Thema Melle Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.


cru Buer. Ein Posaunenchor ist ein Posaunenchor? Schon. Aber was der in Buer da alles auf dem Kasten hat, sprengt das gewöhnliche Image gewaltig.

Am Sonntagnachmittag wurden in Buer die Parkplätze richtig knapp, dafür die Martinikirche richtig voll, denn: der Posaunenchor Buer unter der Leitung von Michiko Sugizaki hatte zu seinem jährlichen Konzert gebeten und als Gast „Bluehouse am Kröpcke“ eingeladen.

Gestaltungswillen und Disziplin

Gleich mit dem ersten barocken Werk zeigten die etwa 40 Bläser ihre Freude an der Musik, ihren Gestaltungswillen, ihre Disziplin, drei Mittel, die auf einem bestimmten Musizierniveau unerlässlich sind. Mit wunderbar ausgearbeiteter Dynamik und blitzsauberer Intonation setzten sie sich selbst eine hohe Messlatte.

Klar ist der Posaunenchor kirchlich geprägt und das völlig unverstaubt: mit drei zusammenhängenden Werken zum Thema „Glaube-Hoffnung-Liebe“ über den Choral „Christ ist erstanden“ ließ er hören, was ihn so besonders macht: von flott-rhythmisch bis lyrisch reicht die Palette der Bläser sehr weit.

Und dann ging das „Crossover“ los. Das Gesangs-Gitarrenduo René Gizinski und Thorsten Rosenkötter als „Bluehouse am Kröpcke“, das nach eigenen Worten aus der kirchlichen Jugendarbeit in Buer gewachsen ist und seit 20 Jahren gemeinsam musiziert, unterbrach den traditionellen Konzertteil mit Coversongs, die jeder kennt von Hannes Wader bis Coldplay.

Sogar an ganz frische wie „Hundert Leben“ von Johannes Oerding trauten sie sich heran. Dass Michiko Sugizaki nicht nur eine herausragende Chorleiterin ist, sondern auch eine hochmusikalische Trompeterin, zeigte sie am Flügelhorn wunderbar jazzig improvisierend bei „Sound of silence“, „Perfect“, „Über sieben Brücken“ und „Viva la vida“ zusammen mit dem Gesangsduo. Später ließ sie sogar den Posaunenchor mit einem von ihr eigens dafür komponierten Bläsersatz den Song „My old Neighborhood“ von James Maddock das „Crossover“ perfekt machen.

Sechs Jungbläser

Dass der Posaunenchor Buer auch immer wieder junge Leute zum Musizieren motivieren kann, zeigten sechs Jungbläser, die ihre Instrumente erst in diesem Schuljahr zu lernen begannen, mit „O when the saints“ und dem Kanon „Bruder Jakob“, für den Michiko Sugizaki das Publikum zum Mitsingen animierte.

Höhepunkt des Abends war zweifellos der Choral „Weißt du, wieviel Sternlein stehen“, auch bekannt als Ostfriesenhymne mit plattdeutschen Text. Abwechselnd mit dem Publikum sangen „Bluehouse am Kröpcke“ den tradierten Text, und zur Begleitung des Posaunenchores pfiffen die vielen hundert Zuhörer die Melodie schließlich mit – das gab ein perfekt stimmungsvolles Gänsehautgefühl. In mehreren Varianten ließen die Bläser die „Sternlein“ weiterleuchten, von einem Vierviertelsatz – ungewöhnlich für ein Stück, das im Dreivierteltakt steht – bis zu einem schwungvollen Swing. Ganz große Klasse.

Völlig begeistert

Gewohnt geistreich und humorvoll führte Gerhard Frenzel, 1. Vorsitzender des Posaunenchores durch den Konzertabend, der zeigt, dass unter der hochmusikalischen Leitung von Michiko Sugizaki dieser Laienchor immer wieder für Überraschungen gut ist und stets über sich selbst hinauswächst.

Nach einem Segenswort von Hausherr Pastor Ingo Krahn schenkten alle Musiker gemeinsam noch den Beatles-Song „Hey Jude“ her, der selbstverständlich auch mitgesungen wurde.

Völlig begeistert von diesem wunderbaren Konzerterlebnis ließen sich Musiker und Zuhörer beim anschließenden „Candle-Light-Diner“ das von vielen fleißigen Helfern hergestellte riesige Büffetangebot schmecken.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN