Ein Griff aus Einhornhaar Umjubeltes Konzert der Bläsergruppe des Gymnasiums Melle

Von Conny Rutsch

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Melle. Beschwingte Musik und fetzige Moderation im Festsaal in Melle: Am Samstagabend präsentierte die Bläsergruppe des Gymnasiums Melle wie schon seit vielen Jahren ihre beliebten „music games“.

Eine musikalisch-sportliche Höchstleistung vollbrachten die fast 60 jungen Bläser mit über eineinhalb Stunden Spielzeit am Abend. Nach einem Schultag und Proben ist das auf keinen Fall mal so eben zu wuppen. Und so drückte es einer der jüngeren Instrumentalisten in der Pause aus: „Zum letzten Stück braucht man schon noch Kondition.“

Von Tarzan bis Vampir

Die Schüler hatten sich zusätzlich zu ihrem anspruchsvollen Musikprogramm etwas Besonderes und Intelligentes ausgedacht: jeder Instrumentengruppe namens „Tribut“ war ein Chef zugeordnet. Jonas Buddenberg kam für die Blechbläser als Tarzan verkleidet, Emilia Maxima Schneider für die Holzbläser als „Gabriella“ und Jona Tabeling für die Abteilung Schlagzeug als Harry Potter. Angelehnt an eine amerikanische Romantrilogie und den daraus entstandenen Science-Fiction-Film „The Hunger Games“ erschienen die beiden Moderatoren des Abends als Effie Trinket (Charlotte Luber) und Caesar Flickerman (Moritz Lührmann), die das Spiel um die beste Interpretation beurteilten. Als Präsident der gesamten Bläsergruppe betrat ganz in weiß gewandet Matthias Hakemeyer als Coriolanus Snow die Bühne. Und sogar der Vampir Rüdiger (Lisa Herrmann) schlich sich hin und wieder noch aus dem Orchester auf die Bühne. Schließich ging es darum, instrumentengruppenweise einen Pokal zu erspielen.

In Szene gesetzt

Und dafür hatten die jungen Leute natürlich einiges auf dem Kasten. Unter der bewährten und am Ende des Abends vielumjubelten Leitung von Stefan Sporreiter kamen Filmmusiken zu Gehör: von den „Hunger Games“ über Höhepunkte aus dem Tarzan-Soundtrack, dem „Tanz der Vampire“ oder dem früheren Top-Ten-Filmhit „When the rain begins to fall“ heimsten die Gymnasiasten schon vor der Pause viel Beifall ein. Diese wurde dann von den kleinen Nachwuchsbläsern eingeleitet, die sich richtig gut in Szene setzten, obwohl wegen diverser Krankheitsausfälle tatsächlich nur neun von ihnen spielen konnte. Mit „I`m alive“ und „Hawaii Five-O“ in Kammermusikbesetzung waren sie die Stars der Herzen.

Nach der Pause dann trumpfte die Bläsergruppe noch mal richtig auf. Tatsächlich hatten sie sich einen Bach vorgenommen, die vielgehörte Toccata in d-moll für Orgel kam in Bläserbesetzung mit Schlagzeug richtig frisch daher.

Zerbrochener Zauberstab

Tja, und dann menschelte es. Harry Potter, dem sein Zauberstab zerbrochen war, wollte den anderen Gruppenkollegen dringend den Sieg um den Pokal des Abends streitig machen und klaute, Verzeihung, lieh sich von Dirigent Stefan Sporreiter dessen Dirigierstab mit den Worten: „Vielleicht kann ich mit Ihrem Dirigierstock aus edlem Holz aus Tarzans Urwald und mit einem Griff aus Einhornhaar doch noch den Pokal gewinnen.“

Und tatsächlich: am Ende hielt er das Objekt der Begierde in den Händen.

Wie gesagt, es war ein Abend mit viel Beifall aus den fast vollständig besetzten Zuschauerreihen, den die traditionsreiche Bläsergruppe des Meller Gymnasiums da hinlegte mit einem eigens dafür ausgedachten roten Faden. Wunderbar.


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