Einführung ins Handlettering Melle-Wellingholzhausen: Gemalte Worte als kleine Kunstwerke

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rop Wellingholzhausen. Schreiben, malen oder irgendetwas dazwischen? Die Definition ist eigentlich egal. Viel wichtiger ist das Ergebnis. Und das präsentiert sich beim Handlettering ganz individuell, sehr persönlich und äußerst dekorativ. In die Kunst der „Schrift-Bilder“ führte Katharina Staar am Samstag im Fachwerk 1775 ein.

Die Kunstpädagogin und Buchillustratorin, die unter anderem in der Kunstschule Paletti in Georgsmarienhütte Kinder in das „Kleine Künstleratelier“ einlädt, beschäftigt sich seit Jahren mit dem Handlettering. „Als ich damit anfing, gab es nicht einmal deutschsprachige Bücher zum Thema“, verriet sie den Teilnehmerinnen des Kurses. Dieser Mangel ist längst behoben und die Buchstaben-Kunst zum Trend avanciert. Im Fachwerk 1775 reichte deshalb die Mund-zu-Mund-Propaganda aus, um zwei vierstündige Kurse zu füllen.

Weniger Schreiben als Malen

Ein Missverständnis räumte Katharina Staar gleich zu Beginn aus: „Handlettering ist weniger Schreiben als Malen.“ Auch derjenige, der im Alltag nicht gerade durch eine gestochene Schönschrift glänzt, kann daher dekorative Schrift-Bilder erstellen. Dabei ist Handlettering nicht zu verwechseln mit der Kalligraphie – auch wenn Ersteres durchaus kalligraphische Effekte nutzt.

Doch während die Kalligraphie mit Tusche und Feder sehr viel Übung erfordert, ist ihre Simulation im Handlettering mit dem Fineliner erheblich einfacher. Denn für die „falsche Kalligrafie“ reicht es aus, im Nachhinein die Abstriche der einzelnen Buchstaben zu verstärken. Natürlich hat auch das Handlettering seine „Königsdisziplin“: Der Umgang mit dem Pinselstift will durchaus gelernt sein, stellten die Teilnehmerinnen bald fest. Doch das Ergebnis lohnt die Mühe.

Schriften mit Schatteneffekt oder mit schmückenden Serifen, Girlanden, die sich um einzelne Worte winden, Illustrationen, die das Zitat oder den guten Wunsch noch ästhetischer machen: Der Fantasie sind im Handlettering keine Grenzen gesetzt. „Alles kann, nichts muss“, lautet eine wichtige Regel, die Katharina Staar den Kursteilnehmerinnen mit auf den Weg gab. Diese Devise fordert geradezu heraus, nach Herzenslust herumzuexperimentieren und den eigenen Stil zu finden. Und so griffen die Teilnehmerinnen begeistert zu Bleistift, Fineliner und Pinselstift.

Verschiedene Schriftarten

„Ich schreibe und gestalte sehr gerne Karten“, erzählte Ursula Stönner, während sie sich in verschiedenen Schriftarten probierte. Die Verbindung von Schrift und Kunst lag ihr bereits während ihrer Schulzeit: „Da hatten wir noch die Gothische Zierschrift im Kunstunterricht.“ Mit dem Handlettering lassen sich unterdessen nicht nur Karten gestalten. Der Pinselstift mit seinem dünnen Auf- und breiten Abstrich eignet sich auch bestens, um passend zur Jahreszeit ein Osterei in ein ganz besonderes und sehr individuelles Kunstwerk zu verwandeln.

Etwas einfacher gestaltet sich das Windlicht aus Transparentpapier, an das sich die Teilnehmerinnen nach den ersten Schriftbild-Versuchen heranwagten. Denn dafür kann zunächst eine Skizze auf kariertem Papier gezeichnet werden, die dann sorgfältig auf das Transparentpapier übertragen wird. Zwischen Buchstaben und Ornamenten verging die Zeit im Fachwerk 1775 wie im Flug. Ein zweiter, gleichfalls schon ausgebuchter Kurs findet im April statt. Ein dritter könnte bei Bedarf noch angeboten werden. Interessenten melden sich dafür bei Marie-Luise Lumme unter Telefon 05429/603.


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