Gruppe mit mehr als 5000 Mitgliedern Warum ein Mann aus Kirchlengern die Meller auf Facebook eint

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Andreas Steffmann gründete im Jahr 2012 die Facebookgruppe „Du lebst schon lange in Melle wenn ...“. Foto: Karsten GrosserAndreas Steffmann gründete im Jahr 2012 die Facebookgruppe „Du lebst schon lange in Melle wenn ...“. Foto: Karsten Grosser

Melle. Die Marke ist geknackt. Mehr als 5000 Mitglieder zählt nun eine Facebookgruppe, in der Meller und Melle-Fans Erinnerungen austauschen, Neuigkeiten verbreiten oder Hilfe suchen. Gegründet wurde sie allerdings von einem Mann, der gar nicht aus Melle kommt. Andreas Steffmann erklärt, warum er das tat.

Andreas Steffmann wohnt in Kirchlengern, drei Autobahnausfahrten hinter Melle-Bruchmühlen. Seine Freizeit verbringt er unter anderem in Bünde als Ausbildungsleiter bei der dortigen DLRG-Ortsgruppe. Und doch war er es, der Ende 2012 die Facebookgruppe „Du lebst schon lange in Melle wenn ...“ gründete. Warum? „Melle ist meine zweite Heimat“, erklärt der heute 52-jährige Gebäudereiniger. Denn beruflich habe er hauptsächlich in Melle zu tun. Und das schon seit Jahrzehnten. Seit der Lehre. „Ich verbringe fast mehr Zeit in Melle als zu Hause“, schmunzelt Steffmann. Deshalb entschied er sich vor rund fünfeinhalb Jahren, die Idee einer lokalen Gemeinschaft nach dem Vorbild einer damals bereits existierenden Gruppe für Bünde auf die Stadt im Grönegau zu übertragen. Mit wachsendem Erfolg: Die Zahl der Mitglieder knackte in diesen Tagen die Marke von 5000. So groß ist keine andere Meller Gruppe im sozialen Netzwerk Facebook.

„Gruppe für Nostalgiker, Melancholiker und alle, die Melle einfach gern haben“

„Jedes Jahr sind 1000 neue Leute hinzugekommen“, freut sich Steffmann. Als bunte Mischung bezeichnet er die Mitglieder von Jung bis Alt. „Ich kenne welche, die sind sogar älter als 75 Jahre“, sagt er. Dem 52-Jährigen gefällt es besonders, wenn Gruppenmitglieder Stadtbilder aus längst vergangenen Jahrzehnten posten. Nicht umsonst benennt er die Gruppe als einen Ort für „Nostalgiker, Melancholiker und alle, die Melle einfach gern haben“.

Doch die Gruppe bietet mehr: Mal werden kulturelle Veranstaltungen angekündigt, dann nutzt jemand die Community als Google-Ersatz und fragt nach den Öffnungszeiten eines bestimmten Restaurants. Andere präsentieren ihre wundervollen Landschaftsaufnahmen aus Melle. Und wenn mal großflächig der Strom in der Stadt ausfällt wie zuletzt vor einigen Wochen, dann lässt sich durch die Einträge der Nutzer schnell ein Lagebild erschließen. „Postet Eure Fotos, Eure Erinnerungen, Eure Anekdoten rund um Melle“, lautet der Aufruf in der Gruppenbeschreibung. Nicht selten findet auch unsere Redaktion Inspirationen für eine Berichterstattung in den Postings.

Administratoren räumen auf

Doch nicht alles ist erlaubt. Werbung ist untersagt. Die Administratoren der Gruppe – neben Steffmann noch zwei weitere Personen, die gerne im Hintergrund bleiben möchten – räumen regelmäßig auf, löschen unerwünschte Beiträge und auch Postings, die nicht mehr aktuell sind. Zudem prüfen sie die Anfragen von Leuten, die in die Gruppe aufgenommen werden möchte. Denn: „Du lebst schon lange in Melle wenn ...“ ist eine geschlossene Gruppe; die Beiträge sind nur für Mitglieder sichtbar. Wer zu viel Blödsinn veröffentlicht, wird geblockt. Wegen der Gruppenregeln habe ein Nutzer sogar mal mit einer Anzeige gedroht, erzählt Steffmann. Doch diese sei dann ausgeblieben.

Ferner sei mal jemand mit der Bitte an ihn herangetreten, die Gruppe zu löschen. Weil er diese als Konkurrenz gesehen habe. „Das fand ich ziemlich frech“, meint Steffmann. Verständlich, denn das Abrufen der Nachrichten in der Gruppe gehört mittlerweile für viele Meller und ehemalige Meller zum Alltag. Ob die Mitglieder diesen Artikel zu lesen bekommen, ist allerdings fraglich. Denn laut Gruppenregeln ist es untersagt, wegen des teils kostenpflichtigen Angebots Links zu Artikeln unserer Redaktion zu posten. Wobei wir uns freuen, dass diese Regel mitunter nicht ganz so streng eingehalten wird ...


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