Stadt: Starke Sicherheitsmängel Diskothek Naava in Melle ist ab sofort geschlossen

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Melle. Der Club Naava ist am Freitag von der Bauverwaltung der Stadt Melle mit sofortiger Wirkung geschlossen worden. Begründet wird der spektakuläre Schritt mit erheblichen Sicherheits- und Hygienemängeln.

Die ordnungsrechtliche Verfügung der Stadt gegen die Betreiberin, die Vida GmbH, vertreten durch Geschäftsführer Christian Bukmaier, ist per Einschreiben und Mail am Freitag zugestellt worden. „Gleichzeitig haben wir den sofortigen Vollzug angeordnet“, erklärte Rainer Mallon als Leiter des Bauamtes.

Mallon und sechs weitere städtische Mitarbeiter hatten am vergangenen Samstag an der nächtlichen Razzia von Polizei und Steuerfahndung in der Großdiskothek teilgenommen. Mallon verwies im Gespräch mit unserer Redaktion auf „gravierende Mängel an sicherheitstechnischen Anlagen“. So seien beispielsweise Rettungswege versperrt und unzureichend beleuchtet gewesen. Auch die Brandmeldeanlage sei nicht funktionsfähig gewesen. „Allein das hätte schon gereicht, um die Nutzung sofort zu untersagen“, betonte Mallon.

Lüftung ohne Funktion

Zusätzlich aber sei auch noch die Heizungs- und Belüftungsanlage außer Betrieb gewesen. Daher seien die oberen Büro- und Arbeitsräume von Nebel aus der Nebelmaschine und Zigarettenrauch verqualmt gewesen. „Das ganze Zeug zog ungehindert nach oben“, berichtete der Bauamtsleiter. Mitarbeiter und Gäste hätten aber Anspruch auf gesunde Bedingungen in ihrer Umgebung.

Mallon führte zudem hygienische Mängel an. So seien die Toilettenanlagen im Obergeschoss „sehr mangelhaft“ gewartet worden. „Da fehlte schlichtweg die Grundhygiene.“

Polizei informiert

All das habe nun zur sofortigen Schließung geführt, um weitere Gefahren für Gäste und Mitarbeiter zu vermeiden. Die Polizei sei über die Entscheidung der Stadt informiert worden.

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Die Leiterin des Meller Polizeikommissariats, Christiane Kanellopoulus-Bollrath, sieht nun den Betreiber in der Pflicht, die Absagen der beiden Veranstaltungen am Wochenende gegenüber potenziellen Gästen zu kommunizieren. Die Beamten im Streifendienst würden die Lage am Naava zudem beobachten.

„Wir machen weiter“

Ein Veranstaltungsmanager des Naava, der namentlich nicht genannt werden möchte, äußerte sich nach einem Gespräch am Freitagmittag im Bauamt. „Wir werden die Mängel abarbeiten und dann weiter machen“, kündigte er an. Er rechne nicht mit einer längeren Schließung, denn „es sind ja nur ein paar Sicherheitssachen“.

Wie er die Absagen des Konzerts am Freitagabend und der Mottoparty am Samstag so schnell organisieren könne, wisse er noch nicht. Er setze auf die Homepage, auf Mails und auf die Zeitung.

Der Mann kritisierte, dass die Polizei während der Razzia den hauseigenen Sicherheitsdienst von seinen Aufgaben entbunden habe. Sonst wären an der Garderobe keine Kleidungsstücke abhanden gekommen.


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