Sitzung des Bildungsausschusses Ärger über vier Jahre Schul-Baustelle in Melle

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Mit Containern, wie am Kindergarten Sonnenblume in Wellingholzhausen, soll der fehlende Bedarf an Krippenplätzen auch in anderen Stadtteilen überbrückt werden. Archivfoto: Simone GraweMit Containern, wie am Kindergarten Sonnenblume in Wellingholzhausen, soll der fehlende Bedarf an Krippenplätzen auch in anderen Stadtteilen überbrückt werden. Archivfoto: Simone Grawe

Melle. Alle 20 Besucherstühle im Sitzungssaal des Stadthauses waren am Mittwochabend bei der Sitzung des Ausschusses für Bildung und Sport besetzt. In der dreieinviertelstündigen Sitzung ging es unter anderem um Probleme in Schulen und Kindertagesstätten.

Melle. Marion Grüter, Sprecherin der Eltern der Oberschule Neuenkirchen, wies in der Einwohnerfragestunde nochmals auf die baulich prekäre Unterrichtssituation in den seit vier Jahren bestehenden Baustellen in der Schule hin (wir berichteten mehrfach). „Die jetzt zusätzlich geplante Aufstellung von Containern für Kitakinder auf dem Schulgelände schränkt die Bewegungsmöglichkeiten der Schüler noch mehr ein“, erklärte sie und nannte als Alternative andere freie Flächen in der Nähe.

„Es handelt sich um eine Übergangslösung und wir müssen zeitnah Plätze für den Kindergartenbereich zur Verfügung stellen“, antwortete Karl-Wilhelm Möller. „Übergänge erfordern Kompromisse“, ergänzte Leiter des Amtes für Familie, Bildung und Sport. „Die Situation in der Oberschule Neuenkirchen ist mehr als schlecht und wir Politiker sind darüber bestürzt“, versicherte die Ausschussvorsitzende Jutta Dettmann (SPD) der Elternvertreterin. Das Thema habe jetzt im Gebäudemanagement höchste Priorität, deshalb sei sie „zuversichtlich“, dass es mit der Sanierung künftig zügiger vorangeht.

40 Jahre alte Räume

Uschi Thöle-Ehlhardt (UWG) beantragte, die Sanierung der 40 Jahre alten Fachräume für Naturwissenschaften und Hauswirtschaft in der Bueraner Grund- und Oberschule in die Prioritätenliste des Gebäudemanagements aufzunehmen und als „dringlich“ einzustufen. „Es geht uns um eine zeitgemäße Erneuerung in Richtung fächerübergreifender Multifunktionsräume“, erläuterte sie. Sprecher aller anderen Fraktionen bekundeten ihre grundsätzliche Zustimmung. Allerdings verlangte Reinhardt Wüstehube (Grüne) die Streichung des Wortes „dringlich“ aus dem Antragstext. Die Sprecher der anderen Parteien schlossen sich dem an. „Neuenkirchen darf darunter nicht leiden“, meinte Gerhard Boßmann (SPD). Vor „voreiligen Versprechungen“ warnte Heiko Grube (CDU). Der so veränderte UWG-Antrag wurde einstimmig befürwortet.

„Planungen einleiten“

Karl-Wilhelm Möller erläuterte den Bildungsausschussmitgliedern den aktuellen Stand bei der Sicherstellung der Betreuungsangebote in den Kindertagesstätten, die im ersten Schritt durch die Aufstellung vieler zusätzlicher mobiler Betreuungsräume erfolgt. Dieter Niermann (CDU) forderte, dass bereits jetzt die Planungen für die späteren Neu- und Erweiterungsbauten auf den Weg gebracht werden müssten. „Die derzeitige Mangelsituation wird uns noch lange begleiten, es sollten sorgfältig nachhaltige Lösungen für die Zeit danach geplant werden“, meinte Uschi Thöle-Ehlhardt (UWG).

Für Raumprogramm

Im Vergleich zu anderen Kommunen sei die Situation in Melle mit einem Platzangebot von 57 Prozent für potenzielle Krippenkinder „bereits auf einem guten Weg“, erklärte Jutta Dettmann (SPD). Als „erfreulich“ bezeichnete Mirco Bredenförder (CDU), dass die über drei Jahre alten Kinder weitgehend im gesamten Stadtgebiet mit Plätzen versorgt sind. Im Bereich der unter drei Jahre alten Kinder fehlen nach dem derzeitigen Stand der Anmeldungen vier Plätze in Wellingholzhausen und 21 Plätze in Melle-Mitte. „Bei diesen Zahlen handelt es sich um Momentaufnahmen“, wies Britta Itzek auf ständig zu erwartende Veränderungen hin.

Der Bildungsausschuss befürwortete einstimmig ein Raumprogramm, dass die baulichen Erfordernisse von Kindertagesstätten festlegt. Die dort angegebenen Größen für Gruppenräume und Funktionsräume sollen künftig als Richtschnur bei Neubauten und Erweiterungen von Kindergärten angewandt werden.


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