Sie wollen Ausweitung verhindern Anlieger contra größeres Gewerbegebiet in Melle

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Im Namen der Bürgerinitiative Föckinghausen protestieren Hans-Jörg Stahmeier (links), Susanne Caje und Hans Hasselmann gegen eine Erweiterung des Gewerbegebietes Oldendorfer Heide. Foto. Christoph FrankenIm Namen der Bürgerinitiative Föckinghausen protestieren Hans-Jörg Stahmeier (links), Susanne Caje und Hans Hasselmann gegen eine Erweiterung des Gewerbegebietes Oldendorfer Heide. Foto. Christoph Franken

Melle. Ein Unternehmen im Gewerbegebiet Oldendorfer Heide will sich erweitern. Die Stadt plant nun eine Ausweitung des bestehenden Gewerbegebietes. Dagegen laufen betroffene Anlieger Sturm.

Nachdem das Vorhaben zunächst im Ortsrat keine Mehrheit (Patt) erzielt hatte, votierten die Mitglieder des Planungsausschusses kürzlich nach kontroverser Diskussion mit einer Stimme Mehrheit (6:5) für den Aufstellungsbeschluss eines neuen Bebauungsplanes. Bislang sind die Flächen des geplanten Erweiterungsgeländes der Landwirtschaft vorbehalten. Geplant ist, das Gewerbegebiet hinter der Firma Holtkamp in Richtung Westen bis zur Bahnlinie sowie in Richtung Mühlenbach und Gelbe Riede zu vergrößern.

Nur noch zwei Hektar

Hintergrund ist die Tatsache, dass es im Stadtgebiet zur Zeit nur noch zwei Hektar freie Gewerbeflächen gibt. Axel Uffmann (SPD), Vorsitzender des Planungsausschusses, skizzierte an Dienstag im Gespräch mit unserer Redaktion die Reihenfolge, mit der die Stadt versuche, neue Flächen zu gewinnen. An erster Stelle steht demnach die Erweiterung vorhandener Gewerbegebiete. Danach geraten Flächen in den Blick, die im Flächennutzungsplan ausgewiesen sind. Fruchtet das alles nicht, müssten ganz neue Flächen angedacht werden.

Mit Bürgerinitiative

Für Susanne Caje, Hans-Jörg Stahmeier und Hans Hasselmann steht fest, dass die Erweiterung des Gewerbegebietes Oldendorfer Heide ein tot geborenes Kind ist. Sie vertreten eine 20-köpfige Bürgerinitiative der Anwohner und Flächenbesitzer in Föckinghausen. In einem offenen Brief an Bürgermeister Reinhard Scholz, Stadtbaurat Holger Clodius und die Fraktionen im Stadtrat appellieren sie eindringlich dafür, von dem Vorhaben Abstand zu nehmen.

Die betroffenen Anlieger führen zahlreiche Argumente ins Feld: Rund 80 Prozent der angedachten Flächen gehörten nämlich ihnen und sie dächten gar nicht daran, sie zu verkaufen. Einige dieser Flächen seien in der Vergangenheit sogar eigens von den Anliegern erworben worden, um eine Ausweitung der Unternehmen zu verhindern.

Noch mehr Überschwemmungen?

Rückten die Gewerbeflächen näher an ihre Häuser heran, befürchten die Anlieger zudem noch mehr Lärm- und Lichtbelästigung. „Das würde eine erhebliche Beeinträchtigung unserer Lebensqualität darstellen“, formulierte es Susanne Caje. Schon jetzt komme es immer wieder zu Überschwemmungen ihrer Grundstücke durch den Mühlenbach. Diese Situation werde durch eine weitere Versiegelung des Bodens, die mit einer Ausweitung des Gewerbegebietes einhergehe, dramatisch verschärft. „Darauf hat auch schon der Unterhaltungsverband Else mehrfach hingewiesen“, sagte die Sprecherin.

Zudem nähere sich ein vergrößertes Gewerbegebiet dem Mühlenbach im Bereich der Straße „Am Grönegausee“, obwohl das Gewässer dort noch naturbelassen mäandriere und ökologisch besonders wertvoll sei.

Im vorgesehenen Zuschnitt behindere das Gebiet außerdem das Zusammenwachsen Oldendorfs mit den Ortsteilen Wester- und Föckinghausen. Die Anlieger befürchten auch einen Wertverlust ihrer Immobilien. In den Erhalt alter bäuerlicher Bausubstanz hätten sie viel Geld investiert.

Kritik an der Stadt

Hasselmann, Stahmeyer und Susanne Caje kritisieren, dass die Stadt aus ihrer Sicht nicht mit offenen Karten spiele und sich vor den Karren von Unternehmen spannen lasse. Daher protestieren sie „mit aller Entschiedenheit“ gegen den Aufstellungsbeschluss und in dessen Folge gegen „kostenintensive und unnötige“ Untersuchungen der Flächen im Vorfeld.

Dieses Vorgehen verteidigte Planungsausschussvorsitzender Axel Uffmann. Solche Untersuchungen gäben Aufschluss darüber, ob die Flächen überhaupt in Frage kämen. Gleichwohl nehme er die Bedenken der Anwohner ernst, auch wenn er persönlich der Meinung sei, Melle brauche dringend Gewerbeflächen.

Am Dienstagabend befasste sich auch der Verwaltungsausschuss mit dem Thema. Ein Ergebnis wurde bis Redaktionsschluss nicht bekannt.


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