Von Mediahall bis Naava Meller Großraumdiskothek immer wieder in den Schlagzeilen

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Das Naava in Melle rückte zuletzt in die Schlagzeilen. Foto: Christina WiesmannDas Naava in Melle rückte zuletzt in die Schlagzeilen. Foto: Christina Wiesmann

Melle. Razzia im Club Naava – diese Schlagzeile war nicht die erste zur Großraumdiskothek im Gewerbegebiet Melle-Gerden. Wir blicken zurück auf zwei bewegte Jahrzehnte, in denen die einstige Mediahall erst zum Gigaparc, dann zum Sfera Grand Club und schließlich zum Naava wurde.

Mediahall (1996 bis 2006): Seit November des Jahres 1996 gibt es an der Industriestraße im Gewerbegebiet Melle-Gerden eine Großraumdiskothek. Eröffnet wurde die damalige Mediahall von der SMW GmbH, die von Ulrich Staar, Karl-Heinz Meyer und Henry Walkenhorst geführt wurde. Im Jahr 2002 übernahm das Trio Jörg Poppe, Frank Schmidts und Kai Friedering unter dem markanten Kürzel JFK den Betrieb. Poppe und Friedering zogen sich alsbald zurück, sodass Ende 2003 nur noch Schmidts übrig blieb.

Im Juli 2004 folgte das erste Aus für die Mediahall. Am Eingang hieß es plötzlich: Wegen Umbauarbeiten vorübergehend geschlossen. Mehrere Monate blieben die Türen dicht, ehe Klaus Scholz und Herbert Ludwig mit der LSN Gastronomie- und Veranstaltungs-GmbH im Februar 2005 einen Neustart wagten. Dieser stand unter keinem guten Stern. Es gab mehrere Fälle von Körperverletzungen, an denen Türsteher beteiligt waren. Schon im Dezember 2005 übernahm Wolfgang Arndt mit der W.G. Gastronomie- und Veranstaltungsgesellschaft mbH das Ruder, um es im März 2006 abzugeben. Die „widrigen Umstände“ hätten ihn dazu gezwungen.

Damit waren die Tage der Mediahall gezählt. Länger als ein Jahr ruhte der Betrieb, ehe in der Immobilie der Walkenhorst Grundstücksverwaltungs-GmbH & Co. KG wieder getanzt wurde. Ab jetzt unter neuem Namen.

Gigaparc (2007 bis 2009): Nach umfangreichen Umbauarbeiten eröffneten Hanife und Kenan Duyar am 27. April 2007 den Gigaparc nach Vorbild ihres schon bestehenden Clubs in Dülmen. Die neuen Betreiber hatten großen Ziele, investierten viel Geld und wollten sich für den „German Disco Award 2008“ bewerben, doch nach durchwachsenem Start sprach Kenan Duyar im September 2007 wegen des schlechtes Images aus Vorbesitzerzeiten von „einem schwierigen Standort“. Dann kam das gesetzliche Rauchverbot hinzu. Zudem ärgerte er sich über private Feste wie Scheunenfeten, die er in die Nähe der „Schwarzgastronomie“ rückte.

Im Dezember 2008 sollte ein neues Konzept die Wende bringen. Duyars Sohn Orhan wurde als Geschäftsführer eingesetzt, der Gigaparc wollte nun vor allem die türkische Jugend von Hamburg bis zum Ruhrgebiet ansprechen. „Wir stoßen mit unserem neuen Konzept in eine Marktlücke und realisieren in Melle Europas größte und modernste türkische Diskothek“, sagte Kenan Duyar damals. Drei Wochen später war schon wieder Schluss damit. Der Betreiber kehrte ab Januar 2009 zum Ursprungskonzept zurück, aber nur bis Ende April. Dann war der Gigaparc von einem Tag auf den anderen geschlossen.

Sfera Grand Club (2009 bis 2013): Gut ein halbes Jahr blieb die Großraumdicso geschlossen, ehe Vitalij Pauls als Geschäftsführer der D & V Diskotheken- und Veranstaltungs GmbH im November 2013 den Sfera Grand Club eröffnete. Ein Club, der insbesondere viele Russlanddeutsche anzog. Der Begriff „Russendisco“ machte die Runde. Im April 2013 übernahm Christian Bukmaier mit der Vida GmbH den Betrieb und beendete Ende Juni 2013 die Sfera-Ära. Bukmaier als Betreiber aber blieb.

Naava (seit 2013): Im September 2013 machte die Diskothek wieder auf, dieses Mal unter dem Namen „Naava sound residence“. Heiß diskutiert wurde damals die Einlass-Politik: Nur männliche Gäste ab 20 und weibliche ab 18 sollten den Club besuchen dürfen. Im Dezember 2015 landete Betreiber Bukmaier mit dem Auftritt des Osnabrücker Star-DJs Robin Schulz indes einen wahren Coup. Doch zuletzt häuften sich wieder negative Schlagzeilen um den Club. Wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung wurde das Naava zweimal durchsucht: Im Februar 2018 öffnete die Polizei gewaltsam einen Tresor, Anfang März 2018 führten Polizei und Steuerfahndung eine nächtliche Razzia durch.

Als Quellen für diese Zusammenfassung dienten Artikel, die in den vergangenen Jahren im Meller Kreisblatt oder auf noz.de veröffentlicht wurden.


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