„Von Weiden“ probt für großes Projekt Polka- und Gipsyklänge auf Schloss Königsbrück in Melle

Von Sigrid Sprengelmeyer

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Neuenkirchen. Spaziergänger, die die Natur rund um Schloss Königsbrück genießen wollten, konnten in den letzten drei Monaten nicht nur die Stille des Waldes vernehmen. In diese Stille mischten sich leise Gipsy- und Polkaklänge, die durch die Fenster des historischen Gemäuers drangen.

Die achtköpfige Band „Von Weiden“ hat hier für die Wochenenden ein Probendomizil gefunden. Sabine Freifrau von Richthofen hat der Band schon vor zwei Jahren das Schloss für die Aufnahme ihrer CD „Ruf der Provinz“ zur Verfügung gestellt.

Verbundenheit mit der Heimat

Die Verbundenheit der Band mit ihrer Heimat drückt sich in ihrem Song „Warmenau“ aus. Sabine Freifrau von Richthofen sagt: „Ich habe dieses Lied gehört und da Schloss Königsbrück an der Warmenau liegt, wollte ich diese jungen Menschen kennenlernen, die so einen Heimatbezug haben. Von daher war es für mich selbstverständlich ihnen auch dieses Mal ihren Wunsch nach einem Probenraum, zur Verwirklichung ihres Projektes, nicht zu verwehren“.

Für „Von Weiden“ kann es keinen besseren Probenort geben. Denn Ambiente gibt Gefühl und das Gefühl der Musik ihren Ausdruck.

Die Kultband aus Bardüttingdorf hat sich Großes vorgenommen. Am 23. März findet in der Rudolph-Oetker-Halle in Bielefeld das größte Konzert ihrer Geschichte unter dem Motto „Adrett und Elegant“ statt.

Etwas anderer Auftritt

Musiker Henning Kreft hatte die Idee zu diesem „etwas anderen“ Auftritt. „Fast alle bekannten Songs treten in irgendeiner Form anders auf. Einige sind bis in ihren Kern verändert. Es ist eine musikalische Herausforderung“, erzählt Antoine Boecker, der Klarinette spielt, seitdem seine Finger groß genug waren.

Viele Stücke sind von Geiger Dorin Daiber mit Notensätzen für ein Streichquartett ergänzt worden und Antoine Boecker hat die Chorsätze geschrieben. „Musik ist ein Teil unseres Lebens. Wir konnten vieles anwenden, was wir im Musikstudium gelernt haben“, berichten die beiden.

Der sympathische Perfektionismus der beiden Vollblutmusiker ergänzt sich wunderbar mit der Improvisationsfreude von Henning Kreft. Die Proben am vergangenen Wochenende wurden dokumentarisch von Cinekeeper, einem Filmteam aus Dortmund festgehalten. Für „Von Weiden“ schon alte Bekannte, gemeinsam mit ihnen entstand das populäre „Mofa“-Video.

Liebe und Leidenschaft

Philip Herbort und Kevin Domanski, zwei junge Filmemacher ließen während der Proben, inspiriert durch die Musik, ihre Kameras durch den Raum schwenken. Stimmungsvolles findet den Weg auf das Filmmaterial. Nebenschauplätze, wie eine zur Seite gelegte Trompete, die Partitur auf der Pauke waren den Jungs ebenso wichtig für das Einfangen der Stimmung, wie die Gesichter und der Dialog der Musiker.

Das Cinekeeper-Team begleitet „Von Weiden“ auch während der Generalprobe und dem eigentlichen Konzert. Sie haben ihr Handwerk an der Filmhochschule in Dortmund gelernt und bewegen sich in ihrer Materie souverän und selbstverständlich. Und genauso selbstverständlich wird in ihren Händen ein dokumentarisches Werk entstehen.

Die Musiker sind aufgeregt. Die Oetker-Halle ist riesengroß und beeindruckt. Aber eine Sorge konnte der Kultband genommen werden, nämlich die, in einem mager besetzten Saal zu spielen. „Wir hätten es uns nicht träumen lassen, wir sind ausverkauft“, sprudelte es aus Sängerin Greta Schwekendiek heraus. Und so wie sie am Wochenende geprobt haben, genauso werden sie mit ihrer Liebe und Leidenschaft für ihr Projekt, die Oetker-Halle rocken.


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