Polizeiaktion wird diskutiert Naava in Melle: Betreiber im Fokus der Behörden

Meine Nachrichten

Um das Thema Melle Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Total angesagt ist der Club Naava im Meller Gewerbegebiet Gerden. Das Archivfoto entstand beim Auftritt von DJ Robin Schulz in der Nacht vom 18. auf den 19. Dezember 2015. Foto: Moritz Frankenberg.Total angesagt ist der Club Naava im Meller Gewerbegebiet Gerden. Das Archivfoto entstand beim Auftritt von DJ Robin Schulz in der Nacht vom 18. auf den 19. Dezember 2015. Foto: Moritz Frankenberg.

Melle. Die konzertierte Aktion von Steuerfahndung, Polizei und städtischen Ämtern in der Nacht zu Sonntag im Meller Club Naava gegen dessen Betreiber sind in Melle das Gesprächsthema. Außerdem schlagen sie in den sozialen Netzwerken weiterhin hohe Wellen.

Die Betreiber stehen offenbar schon länger im Fokus der Fahnder. Das wurde spätestens Anfang Februar deutlich, als Spezialisten der Bereitschaftspolizei mit einem Werkstatt-Lkw auf dem Parkplatz des Clubs vorfuhren und unter anderem einen Tresor gewaltsam öffneten. Parallel dazu fanden Wohnungsdurchsuchungen in Wallenhorst, Ibbenbüren und Telgte statt. „Wir ermitteln gegen die Betreiber des Clubs Naava wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung“, hatte Oberstaatsanwalt Volker Brandt von der federführenden Staatsanwaltschaft Osnabrück damals bestätigt.

Fünf Diensthunde dabei

Wegen des selben Vorwurfs fand am Wochenende die Durchsuchung des Clubs statt. Brandt ergänzte, es bestehe der Verdacht, dass nicht alle Einnahmen des Clubs ordnungsgemäß versteuert würden. Dieses Mal waren neben den Steuerfahndern und zahlreichen Polizeibeamten, darunter auch Diensthundeführer mit ihren Tieren, auch insgesamt sieben Mitarbeiter des städtischen Bauamts und des Ordnungsamts beim nächtlichen Einsatz dabei.

Weiterlesen: Durchsuchung des Meller Clubs Naava mitten in der Nacht

„Das Ordnungsamt hat alle anwesenden Mitarbeiter des Clubs registriert und die Daten dann an das Hauptzollamt weitergeleitet, weil der Verdacht von Schwarzarbeit besteht“, erklärte Jürgen Krämer als Sprecher der Stadt am Montag.

Die Mitarbeiter des Bauamtes wiederum haben nach seinen Angaben die baulichen Gegebenheiten vor Ort in Augenschein genommen.

100 Beamte im Einsatz

Polizeisprecher Frank Oevermann zog auf Anfrage unserer Redaktion am Montag eine erste Bilanz des Einsatzes. Demnach waren 100 Polizeibeamte und fünf Diensthunde in und außerhalb der Diskothek im Einsatz. „Kollegen aus dem benachbarten Nordrhein-Westfalen haben uns unterstützt.“ Erst nach Abflauen der anfänglichen Tumulte konnten diese Beamten Melle wieder verlassen.

„Wir haben sechs Anzeigen wegen Körperverletzungen und Landfriedensbruchs angefertigt“, berichtete Oevermann. Festnahmen habe es an dem Abend allerdings keine gegeben.

Ansage der Polizei

In einem You-Tube-Beitrag, der unmittelbar nach Bekanntwerden des Polizeieinsatzes hochgeladen wurde, ist zu sehen, wie sich der Einsatzleiter auf der Bühne über die Lautsprecheranlage an die aufgebrachten Gäste wendet. „Hier spricht die Polizei, es besteht kein Grund zur Beunruhigung oder Panik“, sagte der Beamte, wie in dem Video zu hören ist. „Verhalten sie sich ruhig und kooperativ“, forderte er die Menge im Saal auf. Dies sei eine behördliche Maßnahme, die sich nicht gegen die Gäste, sondern gegen die Betreiber des Naava richte. Das wiederholte er. Ab sofort bestehe ein Ausschankverbot. „Bitte verlassen Sie die Diskothek in Richtung Kassen und bezahlen Sie Ihre Verzehrkarte.“ Diese Aufforderung quittierten die Gäste mit lauten Buh-Rufen und Gejohle.

Ein Verlassen durch die Notausgänge sei nicht möglich, denn das Gebäude sei mit Polizeihunden umstellt, fuhr der Einsatzleiter, wie im Video zu hören, fort. Und: Ein Telefonieren oder das Fotografieren von Einsatzkräften sei während des Einsatzes untersagt.

„Der Diskothekenbetrieb ist für heute beendet“, erklärte der Beamte. Abschließend forderte er die Gäste auf, sich nach dem Verlassen des Gebäudes auch vom Umfeld der Diskothek zu entfernen.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN