Von unten nach oben denken Rainer A.K. Brinkschröder zeigt „Raumarbeit“ in Melle

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cru Melle. „Er hat rosa genommen“. So begann die sehr besondere Einführung in die Ausstellung des Paderborner Künstlers Rainer A.K. Brinkschröder, die am Sonntag in den Räumen des Meller Kunstvereins im Engelgarten eröffnet wurde.

Nicht etwa ein Kunstexperte übernahm den Rundgang durch die Ausstellung, sondern die Schauspieler Christine Ruis und Matthias Mawick, die sich als Mathilde und Heinrich als unbedarfte Betrachter die Kunstwerke erschlossen. Sie vermaßen das überdimensionale Kreuz aus rosafarbenen Stäben, das auf dem Boden des größten Ausstellungsraumes liegt und bezogen es auf die kleineren rosa Klötzchen an den Wänden. Die Vernissagebesucher konnten gar nicht anders als mitzudenken und mitzufühlen, was da passierte. Und so ging es von Raum zu Raum: von schwarzen Objekten an der Wand zu Papierarbeiten und Modellskizzen. Die Schauspieler ließen die Betrachter im wahrsten Sinn des Wortes Stellungen beziehen und sich mithilfe ihrer „kinästhetischen Ersterkundung“ auf ganz eigene Art auf die Kunst einzulassen.

Die Räume stehen im Zentrum

Der Innenarchitekt und Künstler Rainer A.K. Brinkschröder nimmt mit seinen Arbeiten Bezug auf die Räume des Kunstvereins, die der Meller Architekt Stephan Leiwe für den Verein entwickelt hatte. Mittels raumbildender Elemente wie Stäben, Scheiben und Körpern interpretiert er die Räume, lässt sie selbst zum Ausstellungsobjekt und erlebbar werden.

„Für Melle entstand ein Konzept, in dem die Räume im Zentrum stehen, das gleichzeitig aber einen umfassenden Blick auf mein künstlerisches Schaffen wirft. Auf meine Arbeit mit Linie, Form, Farbe, Körper und Raum“, beschreibt Brinkschröder in einem schriftlichen Rundgang durch die Örtlichkeit. Die Hängung der Gruppe von Modellskizzen orientiere sich an den Raumachsen und Raumkanten.

Auf dem Boden liegt eine rosafarbene, quadratische Scheibe

Die beiden Schauspieler halfen auf unorthodoxe Weise den Betrachtern, die Kunst förmlich in Besitz zu nehmen. Eine auf dem Boden liegende rosafarbene und quadratische Scheibe bestieg Christine Ruis, nachdem sie sie mit einem Taschentuch geschützt hatte und beschrieb ihr Raumgefühl. Oder: „Die Zeichnungen sind ja gar nicht beleuchtet“, sagte sie, „sie sind wohl dazu da, den Raum wahrzunehmen.

Ihre Freude über diese besondere und erste Schau des Meller Kunstvereins in diesem Jahr, brachte die Vorsitzende Barbara Manke zum Ausdruck und erklärte: „Diese Ausstellung konnte nur mittels einer großzügigen Spende der Sparkassenstiftung Osnabrücker Land zustande kommen.“

Die Ausstellung in den Räumen des Kunstvereins, Engelgarten 31, läuft bis zum 15. April und ist samstags von 15 bis 18 Uhr und sonntags von 11 bis 18 Uhr bei freiem Eintritt geöffnet.


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