Polizisten mit Flaschen beworfen Durchsuchung des Meller Clubs Naava mitten in der Nacht

Von Nadine Grunewald und Andrea Pärschke

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Der Club Naava wurde in der Nacht zum Sonntag von der Steuerfahndung durchsucht. Archivfoto: Christina WiesmannDer Club Naava wurde in der Nacht zum Sonntag von der Steuerfahndung durchsucht. Archivfoto: Christina Wiesmann

Melle Die Steuerfahndung, die Polizei und die Stadt Melle haben dem Club Naava in der Nacht zum Sonntag einen Überraschungsbesuch abgestattet. Bei der Aktion kam es zu „tumultartigen Zuständen“. Gegen den Club-Betreiber wird derzeit wegen des Verdachts auf Steuerhinterziehung ermittelt.

Und plötzlich ging das Licht an: Nach einem Konzert von Kollegah und Farid Bang im Rahmen ihrer ausverkauften JBG3-Tour (JBG = Jung, Brutal, Gutaussehend) im Meller Club Naava machte die Polizei gegen drei Uhr morgens eine Durchsage. „Die Kollegen baten die Konzertbesucher, Ruhe zu bewahren und zum Kassenbereich zu gehen“, berichtet Mareike Edeler, Sprecherin der Polizeiinspektion Osnabrück. Doch stattdessen kam es zu „tumultartigen Zuständen“: Einige Besucher bewarfen die Polizisten mit Gläsern und Flaschen.

Etwa eine Stunde benötigten die Beamten, um die Situation zu beruhigen und die Lage wieder unter Kontrolle zu bringen. Bei der Aktion erlitt einer der Polizisten eine Verletzung am Kopf, zudem wurden zwei Konzertbesucher im „Kopf- und Nasenbereich verletzt“, wie Mareike Edeler sagt. Schon die Durchsage der Polizei, in der die Gäste gebeten wurden, sich kooperativ zu verhalten, die Verzehrkarten zu bezahlen und den Club dann zu verlassen, wurde mit Pfiffen und Buhrufen quittiert.

Ermittlung wegen Steuerhinterziehung

Doch wie kam es überhaupt dazu? Wie Oberstaatsanwalt Volker Brandt am Sonntagmittag mitteilte, hat die Polizei sowie die Stadt Melle eine Razzia durchgeführt. Diese habe offenbar gewerbe- und ordnungsrechtliche Hintergründe gehabt. Nachdem die Polizei die Lage in den Griff bekam, führte auch die Steuerfahndung eine Durchsuchung durch. „Derzeit wird gegen den Betreiber des Clubs wegen mutmaßlicher Steuerhinterziehung ermittelt“, erläutert Brandt. Der Verdacht bestehe, dass nicht alle Einnahmen der Meller Disco ordnungsgemäß versteuert würden. Der Club Naava wird übrigens nicht zum ersten mal durchsucht. Schon Anfang Februar hatte die Steuerfahndung gewaltsam Tresore geöffnet, die Geschäftsräume in Melle und Wohnungen in Wallenhorst, Ibbenbüren und Telgte durchsucht.


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