Warten auf die Stadt Gymnasium Melle arbeitet an Schulhofkonzept

Von Michael Hengehold

Die mittlerweile zahlreichen Gebäude des Gymnasiums, Haus Rabingen (das gelbe Gebäude im Grünareal) sowie oben links die ehemaligen Jugendherberge, vor der noch die Container der Grönenbergschule stehen. Foto: Gert WestdörpDie mittlerweile zahlreichen Gebäude des Gymnasiums, Haus Rabingen (das gelbe Gebäude im Grünareal) sowie oben links die ehemaligen Jugendherberge, vor der noch die Container der Grönenbergschule stehen. Foto: Gert Westdörp

Melle. Das Gymnasium Melle arbeitet an einem Konzept für die Erweiterung des Schulhofes. Eine Befragung der Schüler hat Aufschluss über deren Wünsche gegeben; nun gilt es, die Entscheidung der Stadt zu Haus Rabingen und ein Konzept zum Gesamtareal abzuwarten.

Dabei geht es zum einen um die Frage, was genau der Schule nach dem Erwerb von Haus Rabingen durch die Stadt zukünftig zur Verfügung steht. Die Stadt hatte das Anwesen bereits 2007 gekauft. Mit der Absicht, „es auch für schulische Nutzungen des Gymnasiums bereitzustellen“, so Mediensprecher Jürgen Krämer. Die damalige Eigentümerin hatte nach dem Verkauf ein Wohnrecht, sie ist im vergangenen Jahr verstorben.

Da der Landkreis Osnabrück Träger des Gymnasiums ist, verhandelt die Stadt derzeit über einen Verkauf an den Kreis. Dessen Sprecher Burkhard Riepenhoff bestätigt allerdings lediglich, dass Gespräche stattfinden, zum Stand sagte er nichts. Für das Gymnasium stellt sich vor allem die Frage, „ob mit oder ohne Haus verkauft wird“, so Schulleiter William Pollmann, „denn zum Haus kann man sicherlich auch Ideen entwickeln.“

Das Gebäude ebenso wie der umgebende Baumbestand sind denkmalgeschützt, das stünde einer Flächennutzung durch das Gymnasium aber nicht im Wege. Zum einen, so Pollmann, „kann man das Haus schon mehr zeigen, auch ohne die alten Linden anzufassen, aber es ist doch sehr zugewachsen.“

Zum anderen sind die Bedürfnisse der Schülerschar eben auch sehr unterschiedlich ausgeprägt. Eine Umfrage, an der sich etwa die Hälfte der Eleven beteiligte, hat vor allem zwei wesentliche Ergebnisse gebracht: Die Jüngeren wollen Bewegungsflächen, die älteren Jahrgänge sind eher an kleinteiliger Planung interessiert; „Parzellierung, Nischen, Gesprächsräume“, fasst Pollmann zusammen. In der Mehrheit haben sich wenig überraschend die jüngeren Schüler an der Umfrage beteiligt. Dass für die nun mehr Platz benötigt wird, liegt zum einen daran, dass das Freigelände der Schule immer kleiner wurde. Zuletzt durch den Mensabau. Inzwischen ist es so beengt, dass Bürgermeister Reinhard Scholz bei einem Besuch gefragt habe, wo denn nun eigentlich der Schulhof sei, erzählt Pollmann. Zum anderen ist es eng geworden, weil 2014 fünf fünfte Klassen an das Gymnasium zurückgekehrt sind, die zuvor als Außenstelle in der damaligen Wallgartenschule unterrichtet worden waren.

Die zweite große Frage im Hinblick auf die Neugestaltung des Schulhofes ist ein noch nicht veröffentlichtes Gesamtkonzept zum Areal Jahnsporthalle/ehemaliges Hallenbad/Jugendherberge bis hin zur Fläche am Wellenfreibad, auf dem mitunter Zirkusse gastieren. Das will die Stadt bald den politischen Gremien präsentieren. Für das Gymnasium zum einen relevant, weil es um die Verlegung der Lehrerparkplätze geht, damit dort wiederum Platz entsteht. Theoretisch könnten die Parkplätze zur ehemaligen Jugendherberge rüberwandern –damit rechnet allerdings niemand. Zum anderen, weil der Kreis in Melle eine dringend benötigte neue Turnhalle für für seine drei Schulen Gymnasium, IGS und BBS bauen will – gerne in dem Bereich.

Im Gymnasium trifft sich derweil eine Arbeitsgruppe aus Lehrern, Eltern und Schülern, die am Schulhofkonzept arbeitet. Unterstützung erhält sie von einem in Sachen Schulhöfen versierten Landschaftsplaner. Was bislang erarbeitet wurde, darüber möchte William Pollmann noch nicht sprechen, nur so viel: „Die Eltern möchten natürlich, dass noch etwas passiert, solange ihre Kinder hier sind.“ Damit mahnt auch der Schulleiter subtil zur Eile. Bereits der ehemalige Erste Kreisrat Stefan Muhle hatte die Stadt aufgefordert, „kurzfristig zu handeln“. Muhle im Januar: „Der Bedarf (für eine Sporthalle) ist jetzt da und das Problem akut.“