Alternativstandorte in Sicht Bürgerinitiative gegen Einkaufszentrum in Bruchmühlen

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Nächster Schritt Bürgerinitiative: Sven Adam, Jens Höpker, Tim Hellmann, Karl Hellmann und Horst Gottschalk von der Interessengemeinschaft „Schulwald“. Foto: Simone GraweNächster Schritt Bürgerinitiative: Sven Adam, Jens Höpker, Tim Hellmann, Karl Hellmann und Horst Gottschalk von der Interessengemeinschaft „Schulwald“. Foto: Simone Grawe

Bruchmühlen. Es regt sich weiter Widerstand gegen die Ansiedlung neuer Fachmärkte im westfälischen Teil von Bruchmühlen. Nach einer Interessengemeinschaft gründet sich jetzt eine Bürgerinitiative. Parallel befindet sich Bürgermeister Ernst-Wilhelm Vortmeyer mit Anliegern im Gespräch um mögliche Alternativflächen.

Am Freitag hatte Vortmeyer der Interessengemeinschaft gegen die drohende Abholzung des Schulwaldes berichtet, dass es eine „vielversprechende Alternative“ zum Standort Schulwald gibt. Das teilt die Interessengemeinschaft mit. Birgit Schildmeyer vom Büro des Bürgermeisters bestätigt dies auf Nachfrage unserer Redaktion. Um welche Alternativfläche es sich konkret handelt, wolle der Bürgermeister erst nach den Anliegergesprächen bekannt geben.

„Mehr Menschen ins Boot holen“

Laut Karl Hellmann von der Interessengemeinschaft „Schulwald“ habe Vortmeyer angekündigt, die Gespräche mit dem Eigentümer in der übernächsten Woche abgeschlossen zu haben. Darauf warten Hellmann und seine Mitstreiter jedoch nicht mehr. Kommende Woche wollen sie die Interessengemeinschaft in eine Bürgerinitiative verwandeln und „mehr Menschen ins Boot holen“, so Hellmann.

„Wir arbeiten schon lange an dem Projekt und bisher haben wir immer Rücksicht auf die Aussagen des Bürgermeisters genommen“, sagt er. Verlassen wollen sie sich darauf aber nun nicht mehr: Schon letzte Woche Montag hätte Vortmeyer eine Antwort zu den möglichen Alternativflächen präsentieren sollen, erläutert Hellmann. Die kam jedoch erst am vergangenen Freitag.

Unterstützung aus der Werbegemeinschaft

Die weiteren Entwicklungen wollen die Gegner des Standortes Schulwald deshalb mit einer Bürgerinitiative begleiten. „Mit der Abholzung des Schulwaldes betreibt die Gemeinde in unseren Augen nicht nur ökologischen Frevel, sondern auch die Lebensqualität im Ortsteil Bruchmühlen sinkt“, heißt es in einem Schreiben der Interessengemeinschaft. Der Schulwald diene auch als Entlastung für das CO2-Aufkommen und als Lärmschutz.

Unterstützung bekommt die Initiative aus Teilen der Werbegemeinschaft Bruchmühlen, bestätigt Vorsitzender Volker Uhlmannsiek. Dass die Gemeinschaft geschlossen hinter einer Bürgerinitiative steht, kann er jedoch nicht bestätigen, er persönlich sei jedoch auch ein Gegner des Standortes. Uhlmannsiek prophezeit ein Verkehrschaos, sollte die Fachmärkte auf der westfälischen Seite des Ortes entstehen. Außerdem werde sich das negativ auf die niedersächsische Seite auswirken. Einwohner werden zum Lebensmittelkauf in andere Ortsteile wie Riemsloh abwandern, glaubt er. Grund seien die Bahnschienen, hinter denen das Zentrum dann liege. „Wenn ich überlege, wie viele Minuten ich schon vor der Bahn gewartet habe“, sagt er.

Auch die Interessengemeinschaft fürchtet „das totale Verkehrschaos“ durch eine weitere Zufahrt. Die Verkehrsbelastung auf der Bruchstraße sei schon jetzt sehr hoch.


Die Interessengemeinschaft „Schulwald“ trifft sich am 8. März um 19.30 Uhr im Sportlerheim An den Fichten zur Gründung der Bürgerinitiative und sucht Unterstützer

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