TSV fährt Senioren zum Kurs Fahrdienst für Gruppe „Fit für 100“ in Westerhausen

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Der TSV Westerhausen setzt viele gute Ideen in die Tat um. Um nicht mehr so mobilen Senioren die Teilnahme am Sportangebot „Fit für 100“ zu ermöglichen, organisieren Freiwilligendienstler des Vereins einmal in der Woche einen Fahrservice.

Oldendorf. Jeden Montagmorgen um 9.20 Uhr startet David Braunsmann, der seit August des Vorjahres ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) beim TSV absolviert, den Vereins-Bulli und sammelt auf seiner Runde durch den Ort sechs Senioren an deren Haustür ein. Gehhilfen und Rollatoren werden im Kofferraum verstaut, ein vor der geöffneten Schiebetür postiertes Höckerchen dient den Älteren als Einstiegshilfe. Dann geht es ins TSV-Sportzentrum, wo um 10 Uhr die Sitzgruppe „Fit für 100“ bei Übungsleiterin Monika Wienecke beginnt.

Rollatoren abgestellt

An diesem Montagvormittag sitzen neun Teilnehmer, acht Frauen und ein Mann, im Stuhlkreis um die speziell ausgebildete Sportlehrerin herum. Stöcke und Rollatoren warten in der Ecke. Drei aus der heutigen Runde haben den Weg zum TSV eigenständig beschritten, weil sie noch ganz gut zu Fuß sind. Zu deutschen Schlagern werfen die Teilnehmer nun Säckchen in die Luft, fangen diese wieder auf und setzen gleichzeitig ein Bein vor. Denken und Bewegen sollen gefördert werden, wie die Übungsleiterin erklärt. Neben koordinativen Aufgaben wird die Muskulatur beansprucht. Sitztänze seien sehr beliebt.

Die Sitzgruppe ist aus einem Kurs heraus entstanden. „Viele Teilnehmer meldeten uns, sie würden das Angebot gerne weiter besuchen, wüssten aber nicht, wie sie ins Sportzentrum gelangen sollten. Wir haben im Verein überlegt, wie wir helfen können, und den Fahrdienst entwickelt“, erzählt Wienecke. Dadurch kämen die bewegungseingeschränkten Älteren einmal vor die Haustür, ohne den Fahrservice könnten die meisten unter ihnen an der Sitzgruppe nicht teilnehmen. „Die Senioren freuen sich eine Woche lang auf die nächste Stunde“, hat Wienecke bemerkt.

„Die Gemeinschaft und der Zusammenhalt sind mir neben der Bewegung besonders wichtig“, erzählt Irene Lehmann, die seit dem Start des Angebots vor rund drei Jahren dabei ist. „Ohne den Fahrdienst ginge es für mich nicht“, betont die rüstige 86-Jährige, die bis Ende des Vorjahres noch regelmäßig schwimmen war.

Nach einer Stunde greifen die Sitzsportler sich wieder ihre Gehhilfen und machen sich auf den Weg nach draußen auf den TSV-Parkplatz, wo Abiturient Braunsmann bereits den Bulli vorgefahren und das Höckerchen aufgestellt hat.

Gelöste Stimmung

Heute ist bei jedem Schritt besondere Vorsicht geboten, denn leichter Schneefall hat eingesetzt, der Untergrund wirkt daher wenig vertrauenswürdig. Der Freiwilligendienstler hilft den Damen in den Wagen und packt die Rollatoren wieder in den Kofferraum. Die Stimmung sei während der Fahrt immer sehr gelöst, berichtet er. Auf dem Rückweg nach der Sportstunde seien einige Senioren allerdings auch erschöpft. Nicht so Irene Lehmann. „Heute war es recht locker. Sonst fordert uns Monika Wienecke stärker“, sagt die 86-Jährige lachend, bevor die Autotür schließt und Chauffeur David Braunsmann den Motor startet.


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