Gefahrenabwehrverordnung Warum das Betreten der Eisflächen in Melle verboten ist

Von Karsten Grosser

Verbotsschild am Teich im Grönenbergpark in Melle: Die Eisfläche darf nicht betreten werden. Foto: Karsten GrosserVerbotsschild am Teich im Grönenbergpark in Melle: Die Eisfläche darf nicht betreten werden. Foto: Karsten Grosser

Melle. Trotz des Dauerfrosts in den vergangenen Tagen: Das Betreten der Eisflächen auf öffentlichen Gewässern in der Stadt Melle ist verboten. Generell – das regelt die Gefahrenabwehrverordnung.

Äste liegen auf der Eisfläche. Selbst größere Steine, die offenbar ein Halbstarker geworfen hat, brechen nicht ein in den Teich des Grönenbergparks. Ein trügerisches Bild, denn trotz des Dauerfrosts in den vergangenen Tagen warnen Behörden allerorten vor dem Betreten von Eisflächen. Die Gefahr einzubrechen ist einfach zu groß. Wohl auch aus diesem Grund hat die Stadt Melle in der Gefahrenabwehrverordnung eine unmissverständliche wie pauschale Regelung niedergeschrieben: Das Betreten von Eisflächen auf öffentlichen Gewässern ist verboten – unabhängig davon, wie dick das Eis zu sein scheint!

Um darauf hinzuweisen, habe der Baubetriebsdienst im Auftrag des Ordnungsamts an markanten Meller Gewässern entsprechende Verbotsschilder aufgestellt, erklärt Nils Oberschelp als stellvertretender Sprecher der Stadt. Allein rund um den oben erwähnten Teich sind drei dieser Schilder unübersehbar postiert.

Sollte trotz aller Warnungen und Verbote der Notfall eintreten, drohen Unterkühlung und Ertrinken. Wie Menschen in solchen Situationen helfen können, hat die DLRG zusammengefasst. Eine Eisrettung sollten demnach geübte Personen vornehmen. Weitere Hinweise finden Sie weiter unten.


Betreten von Eisflächen

Wann können Eisflächen betreten werden?

Selbst mehrere Frosttage garantieren noch keine ausreichend dicke Eisschicht, warnen die DLRG und der Deutsche Feuerwehrverband. Denn viele Gewässer sind in Bewegung und brauchen sehr lange, bis sie zufrieren. Nur von den Behörden offiziell freigegebene Eisflächen dürfen betreten werden. Wer sich dennoch auf zugefrorene Seen wagt, handelt höchst leichtsinnig. Um einen See betreten zu können, sollte das Eis nach Angaben der DLRG mindestens 15 Zentimeter dick sein, bei fließenden Gewässern sogar 20 Zentimeter.

Was sind Anzeichen für eine zu dünne Eisschicht?

Die meisten Naturgewässer werden grundsätzlich nicht freigegeben. Wasserschutzpolizei und Kommunen verweisen darauf, dass das Betreten zugefrorener Gewässer auf eigene Gefahr erfolgt. Wenn das Eis knistert und knackt oder Risse aufweist, sollte es keinesfalls betreten werden. Große Vorsicht ist auch bei verschneiten Eisflächen und bewachsenen Uferzonen geboten. Tückisch können Seen sein, die von Bächen oder Flüssen durchzogen sind. An den Ein- und Ausflüssen sowie generell an dunklen Stellen ist die Eisdecke deutlich dünner. Dann besteht Einbruchgefahr.

Was ist bei einem Unglück zu tun?

Wer mitten auf dem See merkt, dass das Eis nicht mehr trägt, sollte sich sofort flach hinlegen und zum Ufer zurückrobben. Bricht ein Begleiter ein, sollte als erstes ein Notruf abgesetzt werden. Dann vorsichtig auf dem Bauch zur Einbruchstelle kriechen und versuchen, den Betroffenen herauszuziehen. Aber Achtung: Dem Eingebrochenen niemals die Hand, sondern etwa einen Anorak, ein Brett oder eine umgedrehten Schlitten reichen, um nicht mit hinab gezogen zu werden. Der Gerettete sollte bis zum Eintreffen eines Notarztes flach gelagert und möglichst in eine warme Decke oder Jacke gehüllt werden. Keinesfalls sollten unterkühlte Menschen mit Schnee abgerieben werden und auch keinen Alkohol trinken. (AFP)