Renaturierung nutzt Lebewesen Immer mehr Meller Wehre fallen als Tiersperre weg

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Melle/Bünde. Während in Bünde gerade konkret geplant wird, die Else-Mühle wieder für Fische und Kleinorganismen durchgängig zu machen, sind in Melle während der vergangenen Jahre bereits sechs Stauwerke ökologisch zurückgebaut worden.

Hintergrund ist die europäische Wasserrahmenrichtlinie, die im Jahr 2000 in Kraft getreten ist und darauf abzielt, unter anderem Oberflächengewässer in einen guten ökologischen Zustand zu versetzen.

„Wir sind als Stadt gemeinsam mit den drei zuständigen Unterhaltungsverbänden Hunte, Hase und Else in dieser Hinsicht schon sehr weit und zum Teil schon seit Jahrzehnten tätig“, berichtete Thomas Große-Johannböcke. Als Leiter des Tiefbauamtes ist er in Sachen Hochwasserschutz bei dem Thema immer mit im Boot.

Start mit Fischtreppe

Als erste Maßnahme dieser Art im Stadtgebiet verwies er auf die Overkämpermühle in Küingdorf. Dort ist schon vor Inkrafttreten der EU-Richtlinie eine Fischtreppe eingerichtet worden.

Da auch bei den Unterhaltungsverbänden das ökologische Wissen immer stärker gewachsen sei, habe es bei weiteren Maßnahmen Fortschritte gegeben. So würden inzwischen nicht nur die Stauanlagen selbst zurückgebaut, sondern auch die Gewässer selbst auf mehreren hundert Metern davor und dahinter naturnah als „Rauhe Rampe“ gestaltet. Große Johannböcke nannte als Beispiel die Schwanemühle und die Kohmühle am Violenbach. Nach dem Abbruch der Schwanemühle habe der neue Privateigentümer nicht nur auf das Staurecht verzichtet, sondern sich auch finanziell am ökologischen Rückbau des Gewässers beteiligt. Zudem habe der Mann die Bachumleitung an der Kohmühle mitfinanziert.

Auch die ehemalige Holzsägemühle „Lütkemühle“ in Küingdorf , die vor rund 50 Jahren ihren Betrieb eingestellt hatte, ist längst mit einer „Rauhen Rampe“ versehen, um den bisherigen Solsprung abzufangen.

Hase umgeleitet

Bei der Suttmühle zwischen Ausbergen und Uhlenberg wurde die Hase in einem renaturierten Abschnitt um das Mühlengebäude herumgelegt. „Ideal für Fische und Kleinstlebewesen“, freute sich der Amtsleiter.

Ein ganz anderes „Hindernis“ für kleine Wassertiere wurde hinter der Huntequelle bei Hustädte beseitigt. Das Flüsschen passierte dort eine Teichanlage, wobei die Tierchen dann die Orientierung verloren: Nun wird die Hunte an den Teichen vorbeigeleitet.

Außerdem ist noch ein kleineres Wehr in Vessendorf beim Betonwerk Seling zurückgebaut worden.

Andere Wasserbauwerke wie beispielsweise die Martmühle an der Warmenau in Hoyel sind als Wasserkraftwerk in Betrieb und daher nicht umrüstbar.

Weitere Wehre im Blick

Was gibt es noch zu tun? „Wir haben Pläne in den Schubläden, aber in den meisten Fällen scheitert es noch an der Flächenverfügbarkeit“, sagte Große-Johannböcke. Aber die Unterhaltungsverbände und die Stadt behielten Wehre wie das an der Mühlenstraße in Melle-Mitte und andere mit Blick auf die EU-Richtlinie im Blick, versicherte er.


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