Wellingholzhauser in Formel 1 Motorsportchef Huning berät Team Sahara Force India

Neuerdings in der Formel 1 tätig: Martin Huning aus Wellingholzhausen. Foto: RavenolNeuerdings in der Formel 1 tätig: Martin Huning aus Wellingholzhausen. Foto: Ravenol

pm/hedi Melle. Auf die Frage, im welchem Bereich Martin Huning motorsportlich eigentlich nicht arbeitet, antwortete der Wellingholzhauser einmal: „Mittlerweile ist unser Unternehmen so gut wie überall unterwegs außer in der Formel 1. Aber ich darf ja noch ein paar Jahre arbeiten. Und falls es sich irgendwann ergibt, mache ich das eben auch noch.“ Dieser Fall ist jetzt eingetreten.

Die Firma Ravenol aus Werther und das Formel-1-Team „Sahara Force India“ haben in einer gemeinsamen Pressemitteilung die Zusammenarbeit in der Formel-1-Weltmeisterschaft bekannt gegeben. Die Ravensberger Schmierstoffvertrieb GmbH fungiert dabei als technischer Partner, liefert also Schmierstoffe. An diesem Montagmorgen werden die Rennwagen des Teams für die am 25. März im australischen Melbourne beginnende Formel-1-Saison enthüllt.

Der Grönegauer Motorsportchef verrät, dass das Projekt Formel 1 bereits seit einem Jahr auf seinem Schreibtisch gelegen habe. Force India sei die beste Option für einen Einstieg in die weltweite Königsklasse des Motorsports gewesen, obwohl er auch mit weiteren Formel-1-Teams in Kontakt gestanden habe. „Ich hatte das Thema Formel 1 bis Anfang letzten Jahres nicht wirklich auf meiner Agenda“, erklärt Huning. „Aber dann kam man teamseitig mit einer Offerte auf uns zu. Es folgte eine spannende Phase, in der es darum ging, Möglichkeiten einer Zusammenarbeit zu finden. Unsere Ziele waren klar definiert: Wir wollten ein Arbeitsumfeld, das uns die Chance bietet, unsere Produkte zu modifizieren und mit dem Team in die Entwicklungsarbeit zu gehen. Wir mussten unsere eigenen Kapazitäten prüfen, den Mehraufwand durch die Formel 1 für uns erst einmal bewerten und dann auch zusätzliches Fachpersonal rekrutieren.“

Doch letztlich sei die Mitarbeit in der Königsklasse des Motorsports eben auch mit viel Prestige verbunden. Derzeit treten zehn Rennteams an – entsprechend exklusiv ist der Kreis der technischen Partner. „Wir haben die Möglichkeit bekommen, und jetzt gehören wir dazu“, freut sich Huning.

Auf ihn kommt nun einiges an zusätzlicher Arbeit zu. „Es geht um die Koordinierung der Zusammenarbeit zwischen unserem eigenen Standort und dem Hauptquartier des Teams in Silverstone in England. Ich werde täglich mit der Formel 1 zu tun haben.“ Neben der Arbeit für Ravenol ist der Wellingholzhauser auch in beratender Funktion für das Formel-1-Team tätig. Die genaue Rolle werde noch definiert, so Huning, der Erfahrung aus der Arbeit in mehr als 100 Rennserien mitbringt. Das Team Sahara Force India stelle im Rahmen der Zusammenarbeit sogar Räumlichkeiten zur Nutzung zur Verfügung.

„Ich bleibe aber ebenso für alle anderen Motorsportaktivitäten unseres Hauses verantwortlich. Auch wenn ich zukünftig die Prioritäten neu setzen und den Alltag neu strukturieren muss, weil es für uns jetzt vorrangig um die Formel 1 geht, laufen die anderen Projekte mit den Motorsportabteilungen der Automobilhersteller, Rennserien, Rennstrecken, Teams und Verbänden ja trotzdem parallel weiter“, erklärt der Motorsportexperte, der in den kommenden Monaten bei vielen Formel-1-Rennen vor Ort sein wird.