Exil unterstützt Flüchtlinge Familiennachzug: Offene Sprechstunden in Melle

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Die offene Sprechstunde kann ohne Anmeldung besucht werden. Jana Fleischmann berät, Ouday Abou Hamed (beide hinten) ist der Übersetzer für Arabisch. Foto: Michael HengeholdDie offene Sprechstunde kann ohne Anmeldung besucht werden. Jana Fleischmann berät, Ouday Abou Hamed (beide hinten) ist der Übersetzer für Arabisch. Foto: Michael Hengehold

Melle. Für Geflüchtete, die im Landkreis leben, bietet der Verein Exil Osnabrück offene Sprechstunden zum Thema Familiennachzug an – jeweils wöchentlich auch in Melle: mittwochs von 16.15 bis 18.15 Uhr im Bisos an der Mühlenstraße 48.

Das Projekt ist im Oktober 2017 gestartet und wird noch bis zunächst September 2018 vom Landkreis mit 80000 Euro finanziert.

865 Beratungsgespräche im Jahr 2017

2017 hat der Osnabrücker Verein, der sich seit 30 Jahren in der Flüchtlingsarbeit engagiert, 865 Beratungsgespräche zum Thema Familiennachzug geführt. „Rund 20 Prozent davon mit Menschen, die im Landkreis wohnen“, sagt Exil-Geschäftsführerin Sara Höweler, „aber wir gehen davon aus, dass der tatsächliche Beratungsbedarf höher ist. Zum einen ist nicht allen das Beratungsangebot bekannt. Zum anderen ist es für viele schwierig, regelmäßig nach Osnabrück zu kommen.“ Deshalb wird die Beratung nun auch dezentral angeboten.

„Für einen 17-jährigen Afghanen ein Ding der Unmöglichkeit“

In den über 800 Gesprächen ging es um 167 Familienmitglieder, denen der Nachzug ermöglicht werden soll. Höweler: „Das ist ein sehr aufwendiges, schwieriges Verfahren, in dem hohe rechtliche Hürden aufgebaut wurden.“ Ein Beispiel: Minderjährige müssten nachweisen, dass es eine Wohnung für die Eltern gebe. „Das ist für einen 17-jährigen Afghanen ein Ding der Unmöglichkeit.“Deshalb berät der Verein nicht nur, sondern begleitet den gesamten Prozess. Oft dauere es zwei Jahre, bis ein Verfahren abgeschlossen sei, schildert Höweler.

Nachkommen dürfen nur Eltern, Kinder, Ehegatten und Geschwister unter 18.

Für die Gespräche sollten Aufenthaltstitel, BAMF-Bescheid und Kopien/Fotos der Pässe der Familienmitglieder mitgebracht werden.

Kontakt: E-Mail: family.reunion@exilverein.de,

Tel. 0541/58051431.


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