Ortsrat lehnt Umbenennung ab Melle behält Schlecker-Straße

Von Christoph Franken

Nach dem Willen des Ortsrates Melle-Mitte bleibt mit Rücksicht auf die Anlieger dieser Straßenname erhalten. Foto: Christoph FrankenNach dem Willen des Ortsrates Melle-Mitte bleibt mit Rücksicht auf die Anlieger dieser Straßenname erhalten. Foto: Christoph Franken

Melle. Die Anton-Schlecker-Straße im Gewerbegebiet Gerden wird nicht umbenannt: Der Ortsrat Melle-Mitte lehnte einen entsprechenden Antrag der SPD, der von den Grünen unterstützt wurde, mit der Mehrheit von CDU/FDP und UWG ab.

In ausführlichen Redebeiträgen wiederholten Sprecher der Fraktionen ihre bekannte Haltung. Für die CDU räumte Malte Stakowski zwar ein, dass sicherlich alle Mitglieder im Ortsrat ähnliche Ansichten hätten, was die Person Anton Schlecker angehe.

Drei Gründe dagegen

Aber aus Sicht seiner Fraktion sprächen drei Gründe gegen eine Umbenennung: So halte die CDU ein 400 Meter langes Straßenstück nicht für ein zentrales Thema. Außerdem dürften Politiker nicht immer in Sonntagsreden behaupten, die Sorgen der Bürger ernst nehmen zu wollen und es dann nicht tun. „Wir haben mit den Anliegern gesprochen und nehmen deren Sorgen ernst“, sagte Stakowski. Und drittens sollten jetzt nicht die Anlieger für die mit der Umbenennung verbundenen Kosten aufkommen müssen, nachdem die Stadt seinerzeit mit dem Straßennamen einen Fehler gemacht habe. „Wir treffen mit einer Umbenennung auch nicht Anton Schlecker, denn dem ist das völlig egal, sondern die Anlieger.“

Das sah Uwe Plaß von der SPD völlig anders. Er ging mit Schlecker und dessen zurückliegendem Geschäftsgebaren scharf ins Gericht. „Was der Mann getan hat, ist hochkriminell und darf nicht bagatellisiert werden“. Mit der Umbenennung werde ein Fehler behoben, für den es seinerzeit „sicherlich auch gute Gründe gegeben habe“, sagte Plaß versöhnlich in Richtung CDU. Die jetzt rechtskräftige Verurteilung von Schlecker sei ein erheblicher Grund, den Straßennamen nun endlich zu tilgen.

„Öffentliches Signal“

Für die Anlieger sei das zwar mit Unannehmlichkeiten verbunden. Aber: Es gebe eine einjährige Übergangsfrist, in der beide Namen gültig blieben und die behaupteten Kosten seien für seine Fraktion nicht nachvollziehbar. „Das Votum für eine Umbenennung wäre auch ein öffentliches Signal, dass sich der Ortsrat von Schlecker distanziert“, sagte Plaß.

Unterstützt wurde er vom stv. Ortsbürgermeister Reinhardt Wüstehube (Grüne). Die Kosten für die Anlieger seien zumutbar und er verstünde nicht, warum sich die Firmen nicht schon aus Gründen ihrer Reputation von dem Namen Schlecker trennen wollten.

Johannes Marahrens (FDP), erklärte, er fühle sich dem Wunsch der 14 Anlieger verpflichtet, die alle gegen einen anderen Namen seien.