Serie Meller Hobbyfotografen Ansgar Ronne gibt Tieren der Meller Tierhilfe eine Persönlichkeit

Meine Nachrichten

Um das Thema Melle Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.


Melle. Melle und seine Umgebung sind schön. Das beweisen Meller Hobbyfotografen immer wieder mit ihren Bildern auf sozialen Netzwerken oder eigenen Websites. Wir stellen die Menschen hinter der Kamera vor. Dieses Mal: Ansgar Ronne, der vor allem Tiere wunderbar in Szene setzt.

Mit Tieren hat Ansgar Ronne schon immer zu tun gehabt. Früher als Kind auf dem Hof der Großeltern, später mit Haustieren wie zum Beispiel Mäusen oder einem Wellensittich, heute ist Hündin Maya meistens dabei. Die achtjährige Neufundländerdame, wie der Altenmeller sie liebevoll nennt, ist sein liebstes Fotomotiv. Besonders die Aufnahme der schwarzen Lady vor einem schwarzen Hintergrund wirkt kraftvoll und majestätisch. Der 51-Jährige versteht es, Tiere ins richtige Licht zu rücken. „Bilder müssen eine Aussage haben und Emotionen ausdrücken“, sagt Ronne. „Du musst dich auf die Augenhöhe der Tiere begeben, um authentische Momente festzuhalten.“ Von oben herab zu fotografieren, bringe nie die Persönlichkeit eines Tieres rüber.

Seit einigen Wochen fährt Ronne regelmäßig zur Tierhilfe Melle, die Luftlinie nur knapp einen Kilometer von seinem Heim entfernt liegt. Mit einer Nikon D5200 oder D7000 fotografiert er dort Katzen, die ein neues Zuhause suchen. Wie zum Beispiel Oscar. Der graugetigerte Kater präsentiert sich vor der Kamera wie ein Profi und verströmt den Eindruck, als habe er die Lage voll im Griff. Sein Schatten an der Wand verleiht dem Bild zusätzlichen Charme. Das online veröffentlichte Foto hat seine Wirkung nicht verfehlt: „Oscar konnte vermittelt werden“, freut sich Ronne über den Erfolg.

Meller Hobbyfotograf: Ansgar Ronne.

Tiere mit totgeblitzten Augen, auf kalten Fluren, mit einem Gitter vorm Gesicht – „solche Bilder finde ich gruselig“, sagt der Altenmeller. Da könne kein Funken überspringen. Fotos müssten nicht perfekt sein, aber schön. Auch deshalb habe er das freiwillige Angebot an die Tierhilfe gerichtet, und deren Leiterin habe die Idee „total klasse“ gefunden. Seine Fotos sind nun sowohl auf der Website als auch auf Facebook zu finden. Im sozialen Netzwerk hat Ronne jüngst sogar selbst eine Gruppe ins Leben gerufen, die dem Tierschutz und der Tierliebe dienen soll: Tierfotografie Netzwerk - Menschen für alle Felle.

Eigentlich hatte sich der Meller lange Zeit gegen Facebook gesträubt. „Doch ich wollte meine Fotos auch mal teilen und zeigen“, erklärt Ronne. Auf dem Account „An-Ro-Art Fotografie“ stellt er seine schönsten Bilder nun ein. Zudem ist er auch bei Instagram aktiv sowie bei der Plattform 500px, auf der er seine Bilder in hoher Qualität präsentieren kann. Dort kommen vor allem seine Makroaufnahmen zur Geltung. Für die Fotografie im Nahbereich verwendet Ronne ein Makroobjektiv sowie einen Ringblitz, die ihm fantastische Aufnahmen kleinster Tiere ermöglichen. Wie etwa Fliegen, Spinnen oder Grashüpfer. Oder wie ein Marienkäfer, der auf einer gelben Blume sitzt. „Now I‘m hidden“ (Nun bin ich versteckt), hat der 51-Jährige dieses Bild humorvoll betitelt. Nicht ohne Hintergedanken, denn bei genauerem Hinsehen lassen sich noch zwei weitere Insekten erkennen.

Now i'm hidden ... von Ansgar Ronne auf 500px.com

Doch der Altenmeller nimmt nicht nur Tiere in den Sucher. Als Flugzeugmechaniker auf dem Flugplatz Melle-Grönegau arbeitet Ronne quasi im Grünen. Manche seiner Bilder zeigen die Weite der Maschwiesen oder faszinierende Wolkenstrukturen über Altenmelle. Gerade bei Landschaftsaufnahmen fotografiert er gerne im Rohdatenformat raw, um die Bilddaten anschließend selbst am Computer zu entwickeln.

Künstlerisch war Ronne schon immer veranlagt. „Diese Ader habe ich von meinem Vater“, sagt er. Zwischenzeitlich stand Airbrush hoch bei ihm im Kurs. „Ich habe zum Beispiel Motorhauben und Motorradhelme lackiert“, erklärt der Altenmeller. Die Fotografie, die er schon als Schüler betrieben hat, hatte er zwischenzeitlich aus den Augen verloren. „Vor etwa zehn Jahren habe ich sie wiederentdeckt.“ Heute hat er die Kamera immer dabei. Und meistens auch Neufundländerdame Maya. Auch wenn diese nicht immer so lange still sitzen mag, bis die Aufnahme im Kasten ist.

Lesen Sie auch:

Dieter Ermshaus hat den Blick für die kuriosen Motive in Melle

Erotische Verwechslung? Warum es bei Niels Wagner die Fotomomente gibt

Was eine Stierkampfarena mit Peter Thiels Fotos aus Melle zu tun hat

Die traurige Geschichte hinter Sebastian Hummels Fotokunst


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN