Das Ärzteteam in Burkina-Faso Meller sind von OP-Einsatz zurückgekehrt


fr/balx Melle/Ostercappeln. In dieser Woche ist das OP-Team mit Ärzten und Pflegern aus den Krankenhäusern Melle und Ostercappeln von seinem zweiwöchigen Einsatz in Burkina Faso wohlbehalten zurückgekehrt. Mit dabei: Damien Balima und Nicola Hoedemaker vom Klinikum Melle.

Damien Balima, der aus dem afrikanischen Land stammt, koordinierte das Projekt. Erstmals beteiligte sich auch die Anästhesistin Nicola Hoedemaker an dem Projekt der Burkina-Faso-Initiative aus Belm, weil es vor Ort gar keine Anästhesisten gibt.

OP-Pfleger Daniel Koppitz zog jetzt ein erstes Fazit des Einsatzes, dem vor zwei Jahren ein erstes Hilfsprojekt von Medizinern vorausgegangen war. „Darauf konnten wir definitiv erfolgreich aufbauen“, schrieb der Pfleger. Denn angedachte theoretische Veränderungen seien größtenteils positiv verlaufen und hätten für alle Beteiligten großen Nutzen gebracht. Lediglich die vorgesehene höhere Zahl der Operationen habe sich nicht realisieren lassen. 20 Patienten sind nicht erschienen oder haben kurzfristig eine heilende Operation abgelehnt. „Trotz der dadurch frei gewordenen Kapazitäten war es uns organisatorisch nicht möglich, Patienten von der Warteliste in die Klinik zu bestellen“, berichtete Koppitz. Gleichzeitig hob er die „hervorragende Zusammenarbeit mit den Kollegen vor Ort“ hervor.

Erfolgreiche Operationen

Alle durchgeführten Operationen seien erfolgreich verlaufen, freute er sich. Auch für alle Beteiligten aus Deutschland sei der Aufenthalt eine Bereicherung gewesen. Die Dankbarkeit in den Augen und aus dem Mund der „aufrechten Menschen“, wie sich die Burkinaben traditionell selbst bezeichnen, sei Lohn genug.

Zwei Standbeine

Das OP-Projekt ist ein wichtiges Standbein der Burkina-Faso-Initiative. Ein Weiteres ist die Förderung von Infrastrukturen in einigen entlegenen Dörfern. Hier werden durch die Spendengelder Krankenstationen, Schulen und Brunnen gebaut. „Aus den Spendengeldern ist Großartiges erwachsen, es zog einem schlichtweg die Füße weg“, erklärte Koppitz. So habe ein Dorf, das zur Regenzeit von der Außenwelt regelmäßig völlig abgeschnitten ist, mit der Grundsteinlegung der Krankenstation begonnen und der Bau eines Brunnens sei in Auftrag gegeben worden.

50 Euro für die Schulbank

Der Besuch in einem anderen Dorf zeigte, welche Herausforderung es bedeutet, mit den in Burkina Faso zur Verfügung stehenden Mitteln Unterricht zu erteilen: In die Schulbänke, die eigentlich für drei Schüler ausgelegt sind, quetschten sich bis zu sechs Kinder. Manche Schüler mussten aufgrund des Platzmangels den ganzen Tag über stehen. Dabei kostet eine Schulbank lediglich 50 Euro: Nicht viel nach unserem Verständnis und doch so viel wert“, kommentierte der OP-Pfleger.