Kulturring im Festsaal Bekannte Gesichter aus dem Fernsehen in Melle

Von Martina Ewert


Melle. Der Kulturring Melle präsentierte am Mittwochabend im Festsaal am Schürenkamp „Ein brillanter Mord“ des Autors James Cawood in einer Inszenierung von Stefan Zimmermann. Ein Thriller, in dessen Skript vor allem im ersten Teil die Aufregung fehlte, in dem aber Profis am Werk waren.

Dies beweist Schauspielerin Ursula Buschhorn sonst in TV-Serien wie „Familie Dr. Kleist“ oder „Alle meine Töchter“. Das Gesicht von Michelle Guillaume, der ihren Ex-Mann Sam Stone mimt, mag aus „SOKO 5113“ vertraut erscheinen.

Durch die pointierten Dialoge nicht ohne komödiantischen Wortwitz, ausdrucksvolle Körpersprache und überzeugende Gestik und Mimik der Schauspieler wurden die Zuschauer mitgenommen in ein spannendes Geschehen in einem kleinen Landhotel im Lake District im Nordwesten Englands.

Ungemütlicher Schneesturm

Olivia (Ursula Buschhorn) und Robert Chappell (Stefan Rehberg), ein frisch verheiratetes Paar, sind seit kurzem Besitzer des einsam gelegenen Hotels. Draußen tobt ein äußerst ungemütlicher Schneesturm, die zwei freuen sich auf ruhige Tage – allein. Niemand verirrt sich normalerweise bei diesem Wetter in die ungemütliche Gegend.

Nach einem mysteriösen Anruf bittet ein seltsamer Gast um Einlass, halb erfroren und ohne Gepäck. Der romantische Abend ist dahin. Angeblich hat er sich während einer Bergtour verlaufen, den Gastgebern ist er hingegen nicht geheuer. „Für einen Drink würde ich jetzt töten“ meint der Gast namens Ramsay (Marcus Widmann) vielsagend.

Der erste Akt plätschert als leichter, kurzweiliger Theaterabend vor sich hin. Das Gesamtbild der professionellen Inszenierung vom Bühnenbild, Kostümen bis zum Sounddesign überzeugt. Der Wind scheint regelrecht spürbar, die Kälte kriecht Zuschauern wie Schauspielern in den Nacken.

Ein skrupelloser Schurke

Die Geschichte verdichtet sich erst im zweiten Akt. Olivia muss sich einem dunklen Geheimnis ihrer Vergangenheit stellen. Sie gibt vor, eine ängstliche, nahezu hysterische, schutzbedürftige Frau zu sein. Die aber in Wahrheit geblendet ist von der Faszination einer historischen Halskette, vor allem eines sagenumwobenen Diamanten. Diese Kette ist das auslösende Moment, deren Besitz das Handeln aller Personen bestimmt. Aus dem sein „Schnuffelnäschen“ innig liebenden, treu sorgenden Gatten Robert wird ein skrupelloser Schurke. Und als Sam Stone (Michel Guillaume), Olivias Ex-Gatte, auf den Plan tritt, ist nichts mehr so, wie es zunächst schien. Niemand ist mehr der, der er vorzugeben scheint.

Durch das Spiel lernen die Zuschauer die Protagonisten tiefgründig kennen. Ihre Gefühle, Ängste, Skrupel, vor allem die (Hab-) Gier. Der Thriller lässt die Zuschauer in dem letztendlich spannenden Gewirr aus Lügen und Betrügen fröstelnd zurück.