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18.02.2018, 12:54 Uhr KOMMENTAR

Mellerin ist zu Recht sauer auf DHL-Bote

Kommentar von David Hausfeld

Ein Paketbote der DHL weigerte sich, einer in Melle lebenden Griechin ein Paket zuzustellen, weil er ihren griechischen Pass nicht lesen konnte. Foto: Malte Christians/dpaEin Paketbote der DHL weigerte sich, einer in Melle lebenden Griechin ein Paket zuzustellen, weil er ihren griechischen Pass nicht lesen konnte. Foto: Malte Christians/dpa

Melle. Ein Paketbote der DHL verweigert einer in Melle lebenden Griechin die Zustellung eines Pakets. Der Grund: Er kann ihren griechischen Pass nicht lesen. Dabei ist jeder Pass zusätzlich zur Landessprache in englischer Sprache verfasst, sodass die wesentlichen Daten wie Name und Geburtsdatum schnell zu entziffern sind. Auch ein DHL-Zusteller sollte in der Lage sein, einen solchen Pass zu lesen, meint unser Kommentator.

Eine in Melle lebende Griechin ist sauer, und das zu Recht. Ein Paketbote verweigert ihrer Tochter die Zustellung, weil er ihren griechischen Pass nicht lesen kann – ein beglaubigtes Dokument mit Lichtbild und allen wichtigen Angaben wie Name und Geburtsjahr. Die griechischen Ziffern auf dem Ausweis mögen im ersten Moment abschrecken, doch schon auf den zweiten Blick offenbart das Dokument alle zur Identifikation notwendigen Daten, auch in lateinischer Schrift. Das hätte auch der Bote bemerken sollen, böswillig diskriminiert hat er die junge Frau aber wohl nicht. Wie die DHL-Sprecherin deutlich machte, sind ihre Mitarbeiter angehalten, im Zweifel im Sinne des Absenders zu handeln, und so soll es sein. Schließlich dürfen etwa nicht-kindgerechten Waren keinesfalls in Kinderhände gelangen. Dennoch sollte ein DHL-Zusteller auch einen ausländischen Ausweis als solchen erkennen können. In Zeiten von europaweit offenen Grenzen muss das Standard sein. In den meisten Fällen, wie auch hier, reicht grundlegendes Englisch dafür schon aus.


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