Ausstellung mit Malereien aus Melle Zwei Künstler, ein Thema: Heimat

Von Simone Grawe

Eröffneten die Ausstellung „Heimat – Malerei und Zeichnung“ in der Alten Posthalterei: Barbara Manke, Christina Tiemann, Roswitha Pentzek und Ralf Mehrpohl. Foto: Simone GraweEröffneten die Ausstellung „Heimat – Malerei und Zeichnung“ in der Alten Posthalterei: Barbara Manke, Christina Tiemann, Roswitha Pentzek und Ralf Mehrpohl. Foto: Simone Grawe

Melle. Mit einer Ausstellung zweier Künstler aus dem Grönegau, die das Thema Heimat in vielfältiger Weise in ihren Werken zum Ausdruck bringen, hat der Verein zur Förderung von Kunst und Kultur die Reihe seiner diesjährigen Veranstaltungen eröffnet.

In der Alten Posthalterei sind noch bis Sonntag, 11. März, insgesamt 70 Werke von Hermann Schluer und Ralf Mehrpohl zu sehen.

„Zur Eröffnung der Ausstellung Heimat mit Bildern von Hermann Schluer und Ralf Mehrpohl hat der Meller Kunstverein der Stadt ein besonderes Geschenk gemacht“, stellte Roswitha Pentzek fest. Die Kunsthistorikerin, die in das Leben und Werk der beiden Künstler einführte, wies auf die zeitliche Distanz im Leben der beiden Maler hin.

Schluer, Jahrgang 1885 und Mehrpohl, der 1939 geboren wurde, waren durch ein Lehrer/Schülerverhältnis miteinander verbunden, und war schon bemerkenswert, dass sich Mehrpohl bereits in jugendlichen Jahren für Hermann Schluer und seine Malerei interessierte, betonte Roswitha Pentzek.

Unwiederbringbare Erinnerungen

Eine überzeugende Botschaft der Ausstellung sei die Dokumentation von Landschaft und Malereien im hiesigen Lebensraum: „Und damit ein Bewahren unwiederbringlicher Erinnerungen, also ein Stück Heimat“, sagte sie.

Hermann Schluer gehörte – an seiner Staffelei arbeitend – über Jahrzehnte hinweg zum Stadtbild von Melle. Seine Motive fand er vor seinem Fenster: Die pittoresken Wallgärten, die mit ihren Schuppen, Zäunen und Wäschepfählen eine magische Anziehungskraft auf den Maler ausübten. Besonders fasziniert war er vom Haus Stumpe und einem idyllischen Gartenhäuschen: Zwei Objekte, die er immer wieder malte.

Ähnlich wie Hermann Schluer findet der Baueraner Ralf Mehrpohl seine Motive, die er ausschließlich in Ölfarben umsetzt, in nächster Nähe. Sein besonderes Augenmerk gilt dabei Ansichten von Gebäuden mit historischem Hintergrund, die ihn immer wieder zum Malen inspirieren.

Immer wieder Fachwerk

„Und immer wieder Fachwerk bei Schluer und Mehrpohl als Dokument einer verlorenen Zeit: Nur noch Erinnerung“, äußerte sich Roswitha Pentzek.

Nach dem Tod von Hermann Schluer im Jahre 1970 war es Ralf Mehrpohl gelungen, durch käuflichen Erwerb mehr als 30 Bilder Schluers zu retten, die bei einer lieblosen und dem Maler unwürdigen Versteigerung feilgeboten wurden.

Zunächst hatten die stellvertretende Bürgermeisterin Christina Tiemann und die Kunstvereinsvorsitzende Barbara Manke die zahlreichen Gäste in der Alten Posthalterei begrüßt: „Diese schöne Ausstellung berührt“, erklärte Barbara Manke, verbunden mit einem herzlichen Dank an Ralf Mehrpohl, dass er die Bilder von Hermann Schluer gerettet, aufbereitet und dem Verein zur Verfügung gestellt hat: „Dem Begriff Heimat einen Raum geben, das ist das Ziel dieser Ausstellung“.

Zu sehen ist sie von mittwochs bis samstags von 15 bis 18 Uhr sowie sonntags von 11.15 bis 18 Uhr. Im Rahmen der Finissage findet am Sonntag, 11. März, um 11.15 Uhr eine Lesung mit Uwe-Kersten Uecker zum Thema „Heimat“ statt.