„Schon eine gewaltige Nummer“ Sanierung der Meller Kirche abgeschlossen

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Stadtbildprägendes Gebäude im neuen Glanz: Die Sanierung der St. Matthäus-Kirche ist beendet. Foto: Gert WestdörpStadtbildprägendes Gebäude im neuen Glanz: Die Sanierung der St. Matthäus-Kirche ist beendet. Foto: Gert Westdörp

Melle. Erleichterung, Zufriedenheit, Dankbarkeit: Nach der umfangreichen Sanierung der St. Matthäus-Kirche zieht die katholische Kirchengemeinde eine positive Bilanz.

„Die Sanierung eines historischen Gebäudes mit überregionaler Bedeutung ist schon eine gewaltige Nummer“, betont Michael Wehrmeyer beim Abschlussgespräch. Gemeinsam mit Architekt Ronald Dodt, Bauingenieur Hubert Ronne und dem Vorsitzenden des Bauausschusses, Stephan Schulke, lässt der Pastor von St. Matthäus die aufwendigen Bauarbeiten Revue passieren. Sie haben die Gemeinde vor eine große Herausforderung gestellt, nicht nur mit Blick auf den Umfang, sondern auch was die Dauer und die finanziellen Auswirkungen betrifft.

Feierliche Turmmesse

So unvorhersehbar und aufwendig die Renovierung auch war: Im Ergebnis sind alle Beteiligten höchst zufrieden: Das Gotteshaus aus dem 13. Jahrhundert ist bautechnisch wieder auf dem neusten Stand. Auch die neue Optik dürfte gefallen. Sichtbar werden die Veränderungen erst, wenn das Gerüst erst einmal abgebaut ist: „Die Kirche lebt“, bemerkt Ronald Dodt mit Blick auf die neu gestaltete Fassade: Keine gestrichene Fassade, sondern ein sogenannter steinbegleitender Putz, der von der Denkmalbehörde gefordert wurde, prägt nunmehr das Bild. Dem Betrachter bietet sich somit ein Wechselspiel der Farben mit unterschiedlichen Schattierungen: „Allein 180 Steine mussten ausgetauscht werden. Da ist Musik drin“, erklärt Ronald Dodt.

Umfangreicher als zunächst geplant gestaltete sich auch die Dachsanierung. Es musste komplett neu verschalt und eingedeckt werden: „Das Dach hatte keinen Verbund mehr, dringender Handlungsbedarf war geboten. Bei Sturm wäre uns unter Umständen das komplette Dach um die Ohren geflogen“, beschreibt der Architekt die dringende Notwendigkeit der Arbeiten.

Dokumente in der Kugel

Und als wenn das nicht schon genug wäre: Hinzu gesellten sich Risse auf der Kupferhaube. Was zunächst wie ein kleiner Sturmschaden aussah, entpuppte sich bei einer Befahrung mit dem Kran als weitere große Baustelle: Weit über die Hälfte der Kupferfläche wies lose Stellen auf: „Was für eine Wundertüte“, meint Hubert Ronne mit Blick auf das ungeahnte Ausmaß der Schäden.

Erneuert wurde bei dieser Gelegenheit auch das Turmkreuz mit dem goldenen Wetterhahn, den Luis Hotho im Jahr 1876 gebaut hat. In die goldene Kugel am Fuß wurden zeitgenössische Dokumente hineingelegt, so unter anderem kirchliche Schriften wie auch eine Ausgabe des Meller Kreisblattes.

Geld aus Berlin

Somit wurde die Sanierung weitaus teurer als geplant. Insgesamt 650000 Euro schlagen am Ende zu Buche, wobei die Kirchengemeinde höchst erfreut über einen Zuschuss in Höhe von 138000 Euro ist, der dank des CDU Bundestagsabgeordneten André Berghegger aus dem Denkmalschutzprogramm des Bundes geflossen ist.

Ein großes Dankeschön spricht die Kirche auch den vielen Gemeindegruppen, Privatleuten und Firmen aus, die das Projekt engagiert mit vielen Spenden als Ausdruck großer Solidarität unterstützt haben. Um die noch ausstehende Lücke von aktuell 213000 Euro schließen zu können, sind in diesem Jahr weitere Aktionen geplant.

Mit einer Turmmesse und anschließender Begegnung soll der Abschluss der Sanierung Ende Mai oder Anfang Juni feierlich begangen werden.


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