Pläne für das Sanierungsgebiet „Neue Mitte Nord“ in Melle: So geht es weiter

Von Simone Grawe

Das Sanierungsgebiet „Neue Mitte-Nord“: Die Abrissarbeiten sind abgeschlossen. Als nächstes soll der Bebauungsplan aufgestellt werden. Damit befasst sich der Ortsrat Melle-Mitte am kommenden Mittwoch. Foto: Gert WestdörpDas Sanierungsgebiet „Neue Mitte-Nord“: Die Abrissarbeiten sind abgeschlossen. Als nächstes soll der Bebauungsplan aufgestellt werden. Damit befasst sich der Ortsrat Melle-Mitte am kommenden Mittwoch. Foto: Gert Westdörp

Melle. Die Erwartungshaltung ist groß: Nachdem die Abrissarbeiten abgeschlossen sind, stellt sich nunmehr die Frage, wie es mit dem Zeitplan im Sanierungsgebiet „Neue Mitte Nord“ weiter geht.

„Es besteht jede Menge Aufklärungsbedarf“, erklärt Dirk Hensiek in einem Gespräch mit unserer Redaktion. Der Geschäftsführer der Wohnungsbau Grönegau (WBG) betont, dass das Quartier an zentraler Stelle von Melle mittlerweile zwar von den Altlasten befreit worden sei, dass es jedoch noch einige Zeit dauern werde, ehe mit dem Häuslebau begonnen werden könne: „Mit einem Startschuss der ersten Bautätigkeiten ist frühestens im kommenden Jahr zu rechnen“, betont Dirk Hensiek mit Blick auf die planerische Komponente.

Beginn frühestens 2019

Nachdem der Rat 2012 den Grundatzbeschluss zur Überplanung des Gebietes zwischen Bruchstraße, Buersche Straße, Oststraße und Mühlenstraße gefasst hatte und ein Architektenwettbewerb ausgelobt worden war, steht als Nächstes die Aufstellung des Bebauungsplanes an. Damit wird sich der Ortsrat Melle-Mitte in seiner nächsten Sitzung am kommenden Mittwoch beschäftigen, in der der Aufstellungsbeschluss für die“Neue Mitte Nord“ gefasst werden soll: „Das ist der Startschuss, um die Planungen überhaupt durchführen zu können“, stellt Dirk Hensiek klar. Ist dieser Beschluss erst einmal gefasst, kann das Verfahren fortgesetzt werden und im weiteren Verlauf mit den Erschließungsarbeiten begonnen werden.

Wirtschaftlichkeit betrachten

Inwieweit bei der Umsetzung die konzeptionellen Entwürfe der an dem Wettbewerb beteiligten Architekten berücksichtigt werden, ist derzeit noch unklar. In diesem Punkt müsse auch die Wirtschaftlichkeit betrachtet werden, äußert sich der WBG-Geschäftsführer mit Blick auf die Vorgabe, wonach 20 Prozent der Wohnungen als sozial verträgliche Wohnbauten angeboten werden sollen. Avisiert wird ein Mietpreis von 5,60 Euro: „Sieht man sich einige Entwürfe an, die bodentiefe Fenster, Klinkerfassaden und Tiefgarage vorsehen, kommen Zweifel auf, ob sich die Konzepte unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten so umsetzten lassen“, gibt Dirk Hensiek zu bedenken.

Bezahlbar und attraktiv

Auf der anderen Seite stelle sich die Frage, wo bei Verzicht auf die Tiefgarage Parkraum geschaffen werden könne: „Alles im allem ist noch vieles offen. Im jetzigen Stadium einen Architekten zu beauftragen, wäre sinnlos, das wäre eine Planung ins Blaue“.

Spannend bleibt nach Aussage von Dirk Hensiek auch die Frage nach dem Standort des Jugendzentrums. Dessen Nutzfläche ist zwischenzeitlich von 1000 auf 600 qm reduziert worden.

Insgesamt sollen in dem Quartier „Neue Mitte Nord“ 150 bis 200 Wohnungen für die breite Schicht und alle Generationen entstehen „Attraktiv und bezahlbar“, lautet das Credo der Stadt.