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15.02.2018, 15:15 Uhr KOMMENTAR ZUR „NEUEN MITTE NORD“

Schwere Kröte für die Meller Politik

Von Simone Grawe


Große Fensterflächen und eine „grüne Mitte“: So sieht der Siegerentwurf der Bielefelder Architekten Wannenmacher + Möller für die Weiterentwicklung der „Neuen Mitte Nord“ aus. Foto: Simone GraweGroße Fensterflächen und eine „grüne Mitte“: So sieht der Siegerentwurf der Bielefelder Architekten Wannenmacher + Möller für die Weiterentwicklung der „Neuen Mitte Nord“ aus. Foto: Simone Grawe

Melle. Die Pläne für das Sanierungsgebiet „Neue Mitte Nord“ in Melle gehen voran. 20 Prozent der Wohnungen sollen als sozial verträglich angeboten werden. Geht dies zu Lasten der Qualität, oder muss die Bebauung verdichtet werden? Das Thema stellt die Kommunalpolitiker vor eine schwierige Aufgabe, meint Redakteurin Simone Grawe.

Mit dem Sanierungsgebiet „Neue Mitte Nord“ hat sich Melle ein Großprojekt vor die Brust genommen, das städtebauliche Akzente setzen wird.

Voll des Lobes war seinerzeit die Jury, nachdem aus dem Architektenwettbewerb innovative und kreative Vorschläge hervorgegangen waren.

Tiefgaragen, schicke Fassaden und bodentiefe Fenster zeugen von optischer Augenweide und hochwertiger Qualität. Wie aber lassen sich diese Maßstäbe mit der Vorgabe in Einklang bringen, dass 20 Prozent der Wohnungen als sozialer Wohnraum zum Preis von 5,60 Euro vermietet werden sollen? Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder muss die Bebauung zu Lasten der Optik verdichtet werden oder die Stadt weicht von ihrem Ziel ab, wonach ein Fünftel der Wohnungen als sozial verträglich angeboten werden.

Beides wird den hohen Ansprüchen nicht gerecht. Die Politik muss entscheiden, ob und wie sie diese Kröte schlucken will.


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