Generationen-Werkstatt exportiert Eine Meller Idee setzt sich durch

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fr/pm Melle. In den vier Meller Unternehmen Solarlux, Werges Maschinenbau, Teledoor Isoliertechnik und Huning Maschinenbau haben wie berichtete junge Leute Praktika absolviert und handwerkliche Produkte gefertigt.

Das Ganze geschah unter der Schirmherrschaft der „Generationen-Werkstatt“, die es sich zum Ziel gesetzt hat, junge Leute und unternehmen zusammenzubringen.

Bei Solarlux stand eine anspruchsvolle Tischlerarbeit auf dem Programm: Tischler Gerhard Irmer baute gemeinsam mit fünf Schülern der Ratsschule zwei Insektenhotels. „Das war auch für mich eine Premiere“, bekannte der erfahrene Handwerker beim Abschluss in der Ratsschule. Imker Siegfried Schünke habe ihn beraten, wie so ein Insektenhotel am besten aufgebaut werde. Eins der Hotels wird jetzt an der Schule und eins auf dem Solarlux-Campus aufgebaut. „Ich bin gespannt, ob dort tatsächlich Insekten einziehen“, so Irmer.

Tischgrills gebaut

Bei Werges Maschinenbau, durften fünf Schüler der Ratsschule ihren eigenen Tischgrill bauen. „Zu Beginn sollte auf Wunsch der Schule ein Trockenwagen für den Kunstraum gebaut werden“, berichtete Betreuer Ulrich Franke. Doch darauf hatte die junge Nachwuchs-Handwerkertruppe keine Lust. Für die Idee eines Grills waren dagegen alle Feuer und Flamme.

„Der Spaß soll bei den Projekten, an denen die Schüler ja freiwillig teilnehmen, natürlich nicht zu kurz kommen“, sagte Initiator Johannes Rahe dazu. Schließlich gehe es vor allem darum, Begeisterung zu wecken. Sichtlich großen Spaß hatten die Schüler auch am Ende der Projektpräsentationen: Denn dann grillten sie auf den selbst gebauten Grills Würstchen für alle Beteiligten.

Eine Idee, zwei Bänke

Bei Huning Maschinenbau und Teledoor Isoliertechnik setzten die beiden Schülergruppen die gleiche Idee um, denn ihre Schule, die IGS Osnabrück, hatte sich Sitzbänke für die Aula gewünscht. Dennoch hatten beide Gruppen ganz unterschiedliche Bänke gebaut.

Bei Huning betreute schon zum zweiten Mal Metallbauer Josef Parlmeyer die Schüler. „Wir haben uns eine Bank aus unserem Pausenraum zum Vorbild genommen“, erklärte der Un-Ruheständler. In der Entwurfszeichnung haben sie das Modell dann leicht modifiziert, um alle Arbeitstechniken, die der Maschinenbaubetrieb durchführen kann, auch mit den Schülern einmal auszuprobieren. Drehen, fräsen, bohren, zuschneiden, schweißen, polieren und vieles mehr standen dabei auf dem Lehrplan.

Bei Teledoor Isoliertechnik betreute der junge Ausbildungsleiter Florian Knappe. die Schüler. „Die Jungs hatten wilde Pläne von Hochstühlen bis hin zu Klettergerüsten“, berichtete er. Doch letztlich hätten Sicherheitsbedenken die Ideen zunichtegemacht und sie einigten sich doch wieder auf eine Bank.. Jeder der sechs Teilnehmer durfte eine eigene Bank-Zeichnung anfertigen, die anschließend gemeinsam besprochen und verfeinert wurde. Dann ging es an die Maschinen: Nach einigen Vorübungen an Bandsägen und Schweißgeräten machten sie sich daran, die Rohre für die Bank zuzuschneiden. „Ich habe am Anfang gedacht, dass Jobs im Metallhandwerk sehr eintönig sind“, bekannte Schüler Marvin Röse. Doch das Gegenteil sei der Fall gewesen. Die Abwechslung und die vielen Freiheiten hätten ihn überrascht.

Weitere Projekte geplant

Beide Schulen und alle vier Unternehmen in Melle wollen in diesem oder dem kommenden Jahr wieder „Generationen-Werkstätten“ anbieten. „Derzeit nehmen wir Kurs auf das 100. Projekt“, berichtete Johannes Rahe. Im gesamten Kammerbezirk der Handwerkskammer, die Partner des Projekts ist, haben seit dem Projektstart im Jahr 2014 bisher 95 Projekte mit 53 Unternehmen, 27 Schulen und mit insgesamt über 400 Schülern stattgefunden.

Auch in Hessen und Nordrhein-Westfalen werde die in Melle geborene Idee mittlerweile umgesetzt.


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