Wald soll erhalten bleiben Widerstand gegen neues Einkaufszentrum

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Lidl will expandieren und plant einen Umzug auf die westfälische Seite von Bruchmühlen. Foto: Gert WestdörpLidl will expandieren und plant einen Umzug auf die westfälische Seite von Bruchmühlen. Foto: Gert Westdörp

Melle. Gegen die Ansiedlung des neuen Fachmarktzentrums auf westfälischer Seite von Bruchmühlen erhebt sich Widerstand. Eine Interessengemeinschaft möchte den von der Abholzung bedrohten Schulwald erhalten.

„Wir haben unterschiedliche Motivationen, aber ein gemeinsames Ziel. Wir wollen den Wald so erhalten, wie er ist“, betont Karl Hellmann, der in unmittelbarer Nachbarschaft der 16000 qm großen Waldfläche wohnt. Nach vorläufigen Plänen soll dieser zu zwei Drittel abgeholzt werden, um hier weitere Fachmärkte anzusiedeln.

Die Intention von Karl Hellmann und seinen Mitstreitern Horst Gottschalk, Sven Adam, Jens Höpker und Tim Hellmann richtet sich keineswegs gegen die Ansiedlung weiterer Geschäfte. Vielmehr haben die betroffenen Anwohner Alternativflächen in unmittelbarer Nähe aufgezeigt, „bei denen kein einziger Baum gefällt werden muss“, erklärt Sven Adam.

Bürger sind verunsichert

„Die Bürger sind stark verunsichert“, äußert sich Karl Hellmann. Sie wissen nicht, wie es weitergeht. Nicht nur betroffene Anwohner, sondern auch Nachbarn und Freunde seien verärgert über die Pläne: „Die Atmosphäre ist hoch explosiv, und die Menschen brauchen ein Signal; und das wollen wir ihnen geben“.

In einem Schreiben vom 24. Januar an Bürgermeister Ernst-Wilhelm Vortmeyer haben die Betroffenen Argumente vorgelegt, wonach in Bruchmühlen durchaus andere Flächen zur Verfügung stehen. Der Bürgermeister von Rödinghausen hat die Unterzeichner daraufhin am 30. Januar empfangen und nach einem „offenen und fairen Gespräch“ eine Bedenkzeit von 14 Tagen erbeten, resümiert Karl Hellmann. Am Dienstag dieser Woche kündigte Vortmeyer nun an, von den sieben vorgelegten Alternativen zwei überprüfen zu wollen, um dort eventuell Läden anzusiedeln: „Alle aufgezeigten Flächen sind entweder stillgelegt oder sind Acker- und Wiesenflächen“, stellt Karl Hellmann klar. Um welche Flächen es sich im Einzelnen handelt, ist derzeit noch intern.

Fakt sei jedoch, dass der Bürgermeister die Vorschläge ernsthaft prüfen wird, so die Vertreter der Interessengemeinschaft. Sie gehen davon aus, dass sich Vortmeyer Anfang nächster Woche konkret äußern wird.

Nach Ansicht der Betroffenen ist das an der Bruchstraße geplante Fachmarktzentrum „völlig überflüssig“, da Edeka, Aldi und die Sparkasse bereits vorhanden sind. Allenfalls der Drogeriemarkt Rossmann könnte dort einen Standort finden: „Einen sechsten Bäcker brauchen wir aber nicht, auch dem Textilmarkt KiK stehen wir kritisch gegenüber “, meint Sven Adam.

Demgegenüber sollte Lidl nach Ansicht der Interessengemeinschaft im niedersächsischen Teil bleiben: „Nicht zuletzt, damit wir an zwei westfälischen Feiertagen dort einkaufen können“, schmunzelt Horst Gottschalk.

Den Initiatoren geht es in erster Linie um den Schulwald, der als „grüne Oase“ erhalten werden müsse: „Profiteure der Geschäfte sind lediglich die Unternehmen; von dem Wald aber profitiert der ganze Ort“, unterstreicht Tim Hellmann. Er verweist in diesem Zusammenhang auf die Zusage der Naturschutzverbände NABU und BUND, die die Aktivitäten der Initiatoren unterstützen wollen.

Aufbauend auf die bisherigen Gespräche setzen die Initiatoren weiterhin auf einen konstruktiven Dialog mit der Gemeinde Rödinghausen mit dem Ziel, den Wald zu erhalten. Die Gründung einer Bürgerinitiative behält sich die Gruppe vor.


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