Gefälschte Lohnabrechnung Anwälte des Meller Autoverkäufers fordern Freispruch

Von Christina Wiesmann

Vor dem Landgericht Osnabrück hielten die Verteidiger des angeklagten Autoverkäufers aus Melle ihr Plädoyer. Symbolfoto: Michael GründelVor dem Landgericht Osnabrück hielten die Verteidiger des angeklagten Autoverkäufers aus Melle ihr Plädoyer. Symbolfoto: Michael Gründel

Osnabrück/Melle. Autofinanzierungen mithilfe gefälschter Lohnabrechnungen: Vor dem Landgericht Osnabrück hielten die Verteidiger des angeklagten Autoverkäufers am Dienstag ihr Plädoyer. Sie fordern, dass der Angeklagte, der als Verkäufer in einem Meller Autohaus tätig ist, freigesprochen wird.

Drahtzieher in dem ominösen Verfahren soll ihrer Ansicht nach ein ehemaliger Meller sein, der dem Verkäufer als eine Art Vermittler Kunden ins Autohaus brachte. Dieser Vermittler wird aller Voraussicht nach nicht mehr als zwei Jahre auf Bewährung bekommen. Er hatte einer Verständigung zugestimmt und ein umfassendes Geständnis abgelegt: Mit seinen Angaben belastet er den Verkäufer schwer.

„Dreiste Lügen“

Dass die Angaben des Vermittlers nicht wahrheitsgemäß gewesen sein sollen, sieht die Verteidigung des Autoverkäufers als erwiesen an. Über die Machenschaften des Mitangeklagten sagte der Verteidiger: „Er hat bewusst gelogen.“ Und: „Die Beschuldigungen gegen meinen Mandanten sind dreiste Lügen.“

In einem umfassenden Schlusswort betonte er weiter, dass der im Rahmen der Beweisaufnahme erörterte Sachverhalt, bezogen auf seinen Mandanten, falsch sei. Dass das Gericht ein nicht gesetzmäßiges Handeln seines Mandanten zwar „theoretisch für möglich“ halte, reiche, so der Verteidiger „nicht für eine Verurteilung aus“.

Der Anwalt sagte über die Aussage des Vermittlers, die den Verkäufer belastet: „Er ist nicht in der Lage, seine Behauptungen zu belegen.“

Alle Vorwürfe stets von sich gewiesen

Mit der Wahrheit im Rahmen der Beweisaufnahme soll der Mann es außerdem „nicht so genau“ genommen haben. Es wirke, so der Verteidiger, als seien spezielle Zeugen, die ihn entlasteten und den Autoverkäufer belasteten, immer dann aufgetaucht, „wenn es mal wieder für ihn brenzlig wurde“.

Über seinen Mandanten sagte der Verteidiger: „Er hat alle Vorwürfe stets von sich gewiesen.“ Nicht zuletzt deswegen beantragte er einen Freispruch.

Die Staatsanwaltschaft hatte für den Verkäufer eine dreijährige Freiheitsstrafe gefordert.

Der zweite Verteidiger des Angeklagten sagte dazu am Dienstag: „Ich bin fassungslos über den Antrag der Staatsanwaltschaft.“ Seiner Ansicht nach sei eine Verurteilung seines Mandanten aufgrund der Angaben des Mitangeklagten „nicht nachvollziehbar“. Er beantragte ebenfalls, den Verkäufer des Meller Autohauses freizusprechen.

Nach mehr als 40 Verhandlungstagen wird nächste Woche mit der Urteilsverkündung gerechnet.